Aktuelles aus unseren Kirchengemeinden

Kirchenrenovierung Altenburschla abgeschlossen

Do 14.11.2013 20:58
An der Kirche in Altenburschla konnten in diesem Spätsommer dank Geldern des Kirchenkreises, von Spendern und der Stiftung Kirchenerhaltung im Kirchenkreis Eschwege einige dringende Reparaturen vorgenommen werden. Dabei wurden die beiden Wetterseiten instandgesetzt und abgehängt, die Turmbekrönung erneuert, die Elektrik neu gemacht, ein Geländer auf der Empore befestigt und an der Frontseite das Mauerwerk bearbeitet.

Wenn ich nun versuche, an die Anfänge dieser Maßnahme zurückzublicken, dann muss ich früh beginnen. Bereits 2002 wurden Untersuchungen vorgenommen und es wurde eine umfangreiche Renovierung vorgeschlagen, die von Kosten um die 370.000€ ausgingen. Die Gelder wurden Jahr für Jahr beantragt und genauso regelmäßig abgewiesen. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, dass damals ja noch das Pfarrhaus saniert wurde. In diese Zeit fielen auch das ehrenamtlich Abschlagen des Putzes an der Frontseite und das Behängen eines Teils der Westseite mit einer Plane.
Nun kam für uns freudig überraschend im letzten Jahr die Ankündigung, dass doch etwas passieren soll. Dem Kirchenkreis standen noch Gelder zur Verfügung, die bis 2013 verwendet werden mussten. Und so setzte sich der Gebäudemanager im Kirchenkreis, Dirk Bachmann, sehr für uns ein und wir erhielten einen Förderbescheid von 75.000€ um die beiden hinteren Seiten der Kirche instand zu setzen und zu sichern (gegen Witterung zu behängen, um Folgekosten zu minimieren).
Zugleich haben wir uns erfolgreich bei der Stiftung Kirchenerhaltung des Kirchenkreises beworben, um Spendengelder für weitere Projekte an der Kirche zu verdoppeln. Dabei ging es uns vor allem um die Frontseite und die gefährlich schief hängende Turmspitze. Die Stiftung sagte zu Spenden bis zu 5000€ zu verdoppeln. Dank zahlreicher Zuwendungen, darunter Großspenden der Jagdgenossenschaft und des Schwatznachmittags, haben wir etwas mehr als diese fünftausend Euro erreicht. Dafür noch einmal ganz herzlichen Dank an alle Spender, auch die, die in der Orgelpfeife oder bei Gottesdiensten wie dem Jubiläum gegeben haben!
So war zwar der Kostenrahmen klar, aber nicht, was damit umgesetzt werden konnte. Von Anfang an war die Kostenschätzung ein Problem, da manche Schäden erst im Verlauf der Renovierung absehbar sein würden. So begann eine lange und flexible Bauphase für den alten Kirchenvorstand.
So wurde also die West- und die Nordseite im Fachwerk erneuert und mit Dachziegeln behängt. Bei den Arbeiten fiel ein mit Weißfäule befallener Balken in der Innenwand auf, der ersetzt werden musste. Dazu musste auch der Innenraum der Kirche zeitweise mit in die Renovierung einbezogen werden. Zu diesen Zimmererarbeiten gehörte auch das Auswechseln/Sichern von faulen Stützbalken im Turm sowie kleinere Ausbesserungen an der Frontseite.
Die Turmbekrönung hatte uns viel Sorgen bereitet. Erstens hing sie sehr schief, so dass ein Abbrechen derselben mit Folgen für Menschen oder das Dach zu befürchten war. Zweitens würden die Schäden dort erst nach genauer Besichtigung klar werden und drittens musste man erst einmal dort oben arbeiten können. Doch manchmal kommt es nicht ganz so schlimm, wie man befürchtet. Die Schieflage wurde noch stabil gehalten, der Kaiserstiel (Holzpfahl, der die Spitze trägt) war nur an der Spitze gefault, so dass die Arbeiten von einer Hebebühne und nicht über ein sehr teures Gerüst abgewickelt werden konnten. Beim Abnehmen der Spitze fanden sich schöne Flammenmuster, die vom Boden aus gar nicht mehr zu sehen waren. Das alte Blatt der Wetterfahne wurde in die neue Spitze eingearbeitet, ansonsten wurde die Turmbekrönung mit neuen Materialien im Wesentlichen der alten nachgebaut. Lediglich ein Gegengewicht wurde eingefügt, damit die Fahne sich besser im Wind dreht. Gerade mit den wiederhergestellten vergoldeten Ornamenten ist die Bekrönung ein Blickfang geworden, der trotzdem zu der einfachen Dorfkirche passt. Für die Nachwelt haben wir in der Kugel eine kleine Zeitkapsel (mit allerlei Interessantem) platziert.
Derselbe Schmied fertigte auch die beiden Geländer für unsere Emporen an, zu deren Installation wir aus Sicherheitsgründen verpflichtet wurden. Sie fügen sich entgegen unserer Befürchtungen sehr gut in den Kirchenraum ein.
Ein unerwartet großer Posten wurde die Erneuerung der Elektrik. Hier wurden uns von der Dekra einige Auflagen gemacht, damit die Elektrik sicher und - wie wir hoffen - für die Zukunft gerüstet ist.
Nach Abschluss dieser Arbeiten konnten wir nun einigermaßen abschätzen, welche Mittel für die Frontseite übrig blieben. Hier sollte die Ehrenamtliche Arbeit des Abschlagens fortgesetzt sowie die Mauer vor Salz und Feuchtigkeit geschützt werden. Nicht zuletzt sollte sich die Außenfassade der Kirche als Blickfang in der Dorfmitte wieder mit einem passablen Erscheinungsbild präsentieren. Recht schnell einig war man darüber den Betonputz am Sockel (ca. 1m hoch) nicht anzutasten; zum Einen ist dieser Putz so stabil, dass beim Abschlagen mehr Schaden als Nutzen zu erwarten gewesen wäre, zum Anderen war der Putz oberhalb der bereits abgeschlagen Stellen noch gut erhalten. Dazwischen allerdings waren die Sandsteine vom Salz schon stark angegriffen und die verschiedenen Mörtel- und Fugenschichten vom Salz sehr gesättigt. Also wurde eine Linie gezogen, unterhalb derer alles abgeschlagen und ausgefugt wurde (außer dem Betonputz). Es folgte ein Abstrahlen, eine dichte Spritzverfugung und ein Nachstrahlen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Steine sind gut sichtbar, auch ein ehemaliger Fensterrahmen kam zum Vorschein. Die Ränder sind gerade gezogen, ein großer Riss wurde repariert.
Insgesamt sind wir fast im Kostenrahmen der 85.000€ geblieben. Freilich hätten wir gerne vorne noch etwas mehr gemacht, das Ziffernblatt der Uhr instandgesetzt und auch an den Türen und Türrahmen gearbeitet. Und es ist natürlich auch klar, dass nur ein Teil der Renovierungen durchgeführt wurde, die vor 10 Jahren vorgeschlagen wurden. Da hätte man vermutlich auch den zehnfachen Betrag durchaus sinnvoll verbauen können.
Dennoch sind wir dankbar. Wir sind Gott dankbar, der uns alles schenkt. Wir sind unseren Vorfahren dankbar, die uns diese schöne Kirche hinterlassen haben. Wir sind allen Spendern dankbar, die den Umfang der Maßnahme möglich gemacht haben. Wir sind der "Stiftung Kirchenerhaltung des Kirchenkreises Eschwege" dankbar, die mit ihrer Verdoppelung der Spenden viele motiviert und uns weitere Möglichkeiten eröffnet hat. Wir sind den vielen Helfern dankbar, die uns unterstützt haben. Das gilt in ganz besonderem Maße für Axel Gelbke, der fast täglich auf der Baustelle war, viel entdeckt hat, oft selbst dort Hand angelegt hat und immer ansprechbar war. (Dankbar sind wir auch seiner Frau, die das mitgetragen hat!) Wir sind den Nachbarn dankbar, die viele Einschränkungen auf sich nehmen musste und uns doch immer wieder unterstützt haben. Dankbar sind wir auch den Handwerkern (wenn denn alles hält…), den Brüdern Eisenhuth mit ihrem Gerüst, allen freiwilligen Helfern und der Architektin Frau Koch, dem Gebäudemanager Dirk Bachmann und dem Kirchenkreisamt.
Die Kirche strahlt nun bis zur SpitzeDiese Schäden hatten vor allem Besorgnis ausgelöstSchäden sind gerade bei alten Ausbesserungen aufgetretenArbeiten an der NordseiteAltes Handwerk wird sichtbar
Neuer Halt ist nötigNeues Handwerk...... bleibt nicht sichtbarDie Giebelseite war seit Jahren nur durch eine Plane geschütztDieser Schutz ist haltbarer und ansehnlicher
Für die Innenarbeiten musste das Interieur geschützt werdenImmerhin wurde die Wand aufgestemmtDie Feuchtigkeit hat zur Weißfäule geführtDank meisterlicher Malerarbeit ist vom Loch nichts mehr zu sehenVor dem Erntedankfest war dann innen Großreinemachen angesagt - Dank an alle Helfer!
Die Elektrik wurde komplett rausgenommenund erneuertDie Brüstungshöhe auf beiden Emporen war zu niedrigDas ist nun vorbei und passt sich gut einDie schiefe Spitze hatte Ängste geschürt
Mit der Hebebühne ging es hinaufNicht um die schöne Aussicht zu genießenDie alte Spitze wurde herunter geholtAlte Ornamente wurden entdeckt und kopiertDas Blatt der Wetterfahne wurde ausgebessert und wieder nach oben geschickt
Eine Zeitkapsel für die Nachwelt - wir selbst hatten keine gefunden Das Ergebnis kann sich sehen lassenRisse und vom Salz zerfressene Sandsteine prägten die Fassade vorneDazu eine verschlungene Abbruchkante des Putzes und etliche Mörtelschichten neben- und übereinanderProfessionell wurde alles abgeschlagen und abgestrahlt
Schöne Steine kamen wieder zur GeltungSogar ein ehemaliger Fensterrahmen wurde sichtbar

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