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Bitte berühren! Ausstellung von Walter Green in der Marktkirche

Di 24.02.2009 09:15
Bitte berühren!

"Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten. " (Heinz Erhardt). Die Vase im Wohnzimmer, das Bild im Museum - "Bitte nicht berühren!" Da könnte etwas ka- puttgehen.

"Bitte Berühren" - so heißt der Titel der Ausstellung vom 06. Juni bis zum 09. Juli 2009 in der Marktkirche: Holzskulpturen des Bildhauers Walter Green. "Bitte berühren!" Denn die Hand, davon ist Walter Green überzeugt, hat eine direkte Verbindung zum Herzen.

Green, geboren 1952 in Eckernförde, ist im Erstberuf Landschaftspfleger und Baumpfleger, Entwicklungshelfer und Landschaftsplaner in Übersee im Zweitberuf, und bildender Künstler, von klein auf: "Modellierungen von bruchsicheren Dämmen im Schlamm der Radspuren, die die Fuhrwerke auf dem Weg zum Wald hinterließen. Erste Holzbearbeitungen an der Schulbank in der Nähe des Tintenfasses und im geschützten Bereich der Ranzenablage. Nachmittags erfreuten sich drei Dinge in ihrer natürlichen Affinität aneinander: Ein Junge, ein Stock und ein Küchenmesser." So schreibt er in seinem Lebenslauf. Seit 1997 arbeitet er als freischaffender Bildhauer, seit 1999 mit Atelier in einem ehemaligen Mecklenburger Gutshaus, in Sichtweite der Lübecker Kirchtürme.

Sein Markenzeichen ist die Wiederverwendung alter Hölzer: Fachwerkbalken aus Häuserabbrüchen, Dalben, ehemals in den Hafengrund gerammt zum Befestigen von Schiffen, entsorgte Brückenbohlen und Eisenbahnschwellen. Ausgedient haben sie, diese Hölzer, jedenfalls in ihrer ursprünglichen Aufgabe. Aus diesen Hölzern mit eigener Geschichte und Würde legt Waltet Green seine Skulpturen frei, die alte Geschichten fortführend und neue erzählend.

Die Wahl dieser Hölzer, die schon einmal geformt und genutzt worden sind, wirkt sich aus. Kompakt, reduziert, schlicht und klar sind die Formen. Spuren der Erstverwendung bleiben sichtbar. Das Holz und seine Geschichte gestalten die Skulpturen mit. Das Herausgesägte, Herausgestemmte, Geschnitzte und Geschmirgelte fügt sich ein in das, was einmal war. "Häufig geht es um das Vergehen und Werden, um Begegnung und um das Suchen der Mitte, der eigenen, und das, was die Welt im Innersten zusammenhält, auch aus christlicher Sicht."

Vernissage am 06. Juni 2009 um 18.00 Uhr in der Marktkirche

Im Anschluss: Nacht der Musik unter Leitung von KMD Susanne Voß

Sonntag, 07. Juni 2009: Gottesdienst zur Ausstellung um 10.00 Uhr in der Marktkirche

Im Anschluss: Kirchen-Café mit Künstlergespräch
Hohelied Salomo, Holzskulptur von Walter Green

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