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Die Sache mit dem roten Faden

So 13.07.2008
Sie vermissen ihn gelegentlich, den Roten Faden? Dann haben Sie jetzt Gelegenheit, Ihren ganz speziellen Faden einzuweben: Seit der Kinderbibelwoche "Abenteuer mit Onesimus" steht in der Waldkappeler St.-Georgs-Kirche ein Webrahmen, der nur darauf wartet, dass jemand die Arbeit des Sklaven "Taugewas" fortsetzt.

Eine Pilgerin auf dem Elisabeth-Pfad, die zufällig einen Nachmittag der KiBiWo miterlebte, bekam spontan Lust, auch einmal an diesem Webrahmen zu stehen und zu weben. Sie fragte, ob sie dürfe, ganz vorsichtig, um nur ja nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Nicht nur die freiwillige Mitarbeit dieser einen Pilgerin war herzlich willkommen. Haben nicht auch Sie Lust bekommen, Ihren Faden in dieses Kunstwerk einzufügen? Waldkappel ist nicht aus der Welt. Sie müssen auch niemanden nach dem Schlüssel fragen. Die Tür der Kirche ist auf, den ganzen Sommer über. Wolle ist in Hülle und Fülle vorrätig, aber selbstverständlich dürfen Sie auch "Ihren" Faden von ganz weither mitbringen.
Was die Farbe angeht, so sei daran erinnert, dass im Russischen rot so viel wie schön bedeutet. So wie ein Roter Platz nicht unbedingt rot sein muss, so muss es Ihr "roter Faden" auch nicht sein. Nur schön sollte er sein …
Wenn Sie im Moment keine Lust haben sollten, den weiten Weg bis in die Waldkappeler Kirche anzutreten, aber wissen möchten, was es in der Bibel mit dem roten Faden auf sich hat, so haben Sie auch dort die Qual der Wahl, welchen Sie denn verfolgen möchten. Mein Lektürevorschlag: Josua 2, 1-24, und dann noch Vers 26 in Kapitel 6, ohne den die Erzählung nicht komplett ist. Zugegeben, der rote Faden, von dem dort die Rede ist, ist wohl eher ein Strick oder ein Tau, aber diese Geschichte hat was. Und dass gerade dieser Faden im Neuen Testament wieder aufgegriffen und in Matthäus 1,5 in den Stammbaum Jesu ganz offiziell eingewebt wird, obwohl es ein schillernd-grellroter Faden ist, das will mehr als nur andeuten, dass Gott "auch auf krummen Linien gerade schreiben kann".
Neugierig geworden, um welche Geschichte es da geht? Sie haben keine Bibel zur Hand? Vielleicht gehen Sie dann doch einmal in die Kirche. In allen, die ich kenne, liegt eine griffbereit auf dem Altar. In Waldkappel ist gleich nebenan der Webstuhl …
Charlotte und Katharina am Webstuhl am 22. Juni 2008

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