Aktuelles aus unseren Kirchengemeinden

Theophanu-Denkmal vor der Marktkirche eingeweiht

Mi 28.06.2006 08:53

Am 14. Juni wurde in einem Festakt das neue Theophanu - Denkmal vor der Marktkirche eingeweiht und von Seiten der Stifter, dem Lions Club Eschwege, der Stadt Eschwege übergeben.

Was hat ein Theophanu-Denkmal mit der Marktkirche zu tun?
Diese Frage warf Pfrin. Repp-Jost in ihrer Begrüßungsrede auf:

Einweihung des Theophanu-Denkmals vor der Marktkirche
am 14.6.2006
Festakt um 18.00 Uhr in der Marktkirche


Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Mitglieder des Lions-Clubs Eschwege, sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

wenn nachher, in einem feierlichen Akt, das Theophanu-Denkmal auf dem Platz vor der Marktkirche enthüllt wird, gewinnt der bisher eher schmucklose Platz ein neues Gesicht.

Bei der Aufstellung der Skulptur in der vergangenen Woche habe ich selbst einen ersten Eindruck gewonnen. Die Skulptur wird, davon bin ich überzeugt, sowohl durch ihre Größe als auch durch ihre künstlerische Gestaltung die Blicke der Menschen, die die Marktstraße hinunter und hinauf gehen, auf sich ziehen.

Ich stelle mir vor, wie gerade die Gäste vor der Kirche und dem Denkmal stehen bleiben und manch einer sich fragen wird:
"Was hat dieses Denkmal der Kaiserin Theophanu mit der Marktkirche zu tun?"

Diese Frage haben wir uns natürlich auch im Kirchenvorstand gestellt, als die Anfrage an uns herangetragen wurde.

Richtigerweise muss man sagen: "Zunächst einmal gar nichts!"
Weder ist der Bau einer der Vorgängerkirchen der heutigen Marktkirche auf die Initiative der Kaiserin Theophanu zurück-zuführen, noch ist sie Namenspatronin der Kirche.
Überhaupt wird den sog. Kirchenpatronen im evangelischen Verständnis keine besondere Dignität oder gar Verehrung gewährt. Die Theophanu-Skulptur vor der Marktkirche wird also nicht etwa den Stellenwert einer Heiligenfigur erhalten und ich denke, dass auch der Bürgermeister das nicht anders sieht, wenn von einer "Patronin der Stadt Eschwege" die Rede ist.

Gleichwohl hat der Ausschuss Marktkirche der Ev. Stadtkirchen-gemeinde die Auffassung vertreten, dass diesem Denkmal der Kaiserin Theophanu ein zentraler Platz im Stadtkern von Eschwege gebührt.
Wie die Ausgrabungen in der Marktkirche in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt haben, reicht der erste Kirchenbau an dieser Stelle mindestens zurück in jenes 10. Jahrhundert in dessen 2. Hälfte Kaiser Otto II seiner Gemahlin Theophanu den königlichen Wirtschaftshof Eschwege übereignete.
Für die Menschen, die damals den königlichen Wirtschaftshof bewohnten, war also die kleine Saalkirche, eine der Vorgänger-bauten der heutigen Marktkirche, das gottesdienstliche, religiöse und wahrscheinlich auch öffentliche Zentrum.
Die Kirchen hier am Markt waren von Anfang an aufs Engste mit der Stadt und ihren Menschen verbunden.

Unter der Überschrift "Offene Marktkirche" knüpft die Stadtkirchengemeinde an dieses Erbe, Kirche in der Stadt und für die Stadt und ihre Menschen zu sein, an.

In der Initiative des Lions-Clubs-Eschwege für die Errichtung eines Theophanu-Denkmals sehen sehen wir ein wichtiges Bemühung, dem Stadtkern zum Ansehen zu verhelfen.
Ein Theophanu-Denkmal vor der Marktkirche erinnert nicht nur an eine bedeutende Frauengestalt, sondern auch daran, dass die Kirche von Alters her einen festen Platz im Stadtgefüge und dessen gesellschaftlichem und politischem Leben hatte.

Aber was wäre ein Theophanu-Denkmal auf einem tristen Markt-kirchenvorplatz?
Als Kirchengemeinde haben wir in den vergangenen Wochen viel Zeit und Kraft investiert, den Platz freundlicher zu gestalten.
Da wir bei den sehr viel knapper gewordenen Finanzmitteln nicht auf Haushaltsgelder zurückgreifen konnten, haben wir die Arbeiten größten Teils ehrenamtlich durchgeführt:
Da haben ehemalige und jetzige Konfirmanden an einem Samstag die Bank unter der Linde gereinigt und die Sandstein-poller mit Wasser abgestrahlt (leider ohen großen Erfolg). Da haben Kirchenvorsteher den Rasen für ein Blumenbeet umge-graben und die Männer der Kirchenvorsteher bis hin zum Dekan die Fläche vor der Treppe zum Vorplatz neu gepflastert.
Wir danken der Stadt Eschwege in Person von Bürgermeister Zick für das kostenlose Bereitstellen der Baumaterialien und Fa. Götting für die Geräte.

Bevor wir von Seiten des Ausschusses Marktkirche stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen einer Person, die in besonderer Weise Anteil an der Gestaltung und den Arbeiten hatte, danken, möchten wir an die versammelten Gäste noch eine Bitte ausprechen:
Bei allem ehrenamtlichen Engagement haben wir für die Gestaltung des Vorplatzes auch einige hundert Euro augegeben.
Wir freuen uns, wenn Sie dieses Engagement am Ausgang mit einer Spende in den holzfarbenen Opferkästen unterstützen.
Theophanu-Denkmal vor der MarktkircheDie Skulptur wird aufgestellt.Die Skulptur wird mit einem Kran auf den Vorplatz gehievt.

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