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Sonderausstellung im Heimatmuseum - Notenfund aus dem Jahre 1799

So 25.09.2005
Am Sonntag, den 25. September öffnet das Waldkappeler Heimatmuseum im ehemaligen Rathaus in der Friemer Straße erstmals nach der Sommerpause wieder seine Türen.
Mit einer Führung durch das Heimatmuseum schließt das Programm der diesjährigen Silbernen Konfirmation im Kirchspiel Waldkappel - und beginnt zugleich eine Sonderausstellung zum Stadtbrand von 1854. Der verheerende Stadtbrand hatte Ende des Jahres 1854 landesweit zu einer Welle der Hilfsbereitschaft für die "abgebrannten Waldkappler" geführt, die nicht nur ihre Stadt wieder aufbauen konnten. Sie erhielten Naturalspenden, Kleider und alles, was man für den Gottesdienst brauchte: Von der Altarbibel angefangen, über Tauf- und Abendmahlsgerät bis hin zu Gesangbüchern für einzelne Gemeindeglieder. Dies alles wird im Heimatmuseum ab jetzt zu sehen sein. Und noch mehr:
• Den historischen Massendruck des Bettelbriefes, mit dem die Waldkappeler bereits vor 150 Jahren verstanden, Spenderherzen zu erweichen.
• Das Konterfei eines Augenzeugen des großen Brandes - abgedruckt in der Broschüre "Opa erzähl doch mal", die für 2,50 € im Pfarramt zu erwerben ist.
• Den gültigen Postkutschenplan inklusive Kirmes- und Jahrmarktskalender des Jahres 1854, selbstverständlich im Original.
Dank der großzügigen Spenden aus nah und fern konnten die Waldkappeler im Jahr 1856 bereits die Anschaffung einer neuen Orgel ausschreiben und in Auftrag geben. Gebaut hat sie schließlich Friedrich Hilpert aus Floh, Kreis Schmalkalden. Gegenwärtig ist der Förderkreis Hilpertorgel bestrebt, diese großartige romantische Orgel mit ihrer ganzen Klangfülle in altem Glanz wiederherzustellen. [ Mehr hierzu finden Sie auf der Orgel-Seite www.hilpert-orgel.de ]
Die vielfältigen Aktivitäten des Förderkreises wurden unerwartet mit einem kostbaren Notenfund belohnt: Im Jahre 1799 legte der Waldkappeler Lehrer und Organist im Alter von 16 Jahren ein Melodienbuch an, in dem er die Weisen der Lieder notierte, wie sie zu seiner Zeit in Waldkappel gesungen und auf der dann später abgebrannten Orgel gespielt wurden. Dieser kostbare Schatz, der in Kopien ebenfalls im Heimatmuseum zu sehen ist, ist nicht den Bränden in Waldkappel zum Opfer gefallen, sondern befindet sich derzeit im Besitz eines Nachfahren Hoffmanns in Ostfildern bei Stuttgart. Mit der Präsentation dieser Handschrift ist nun schon zum zweiten Mal in Folge eine Silberne Konfirmation in Waldkappel mit dem Wiederauftauchen historischer Schätze verbunden. Man darf auf weitere Funde gespannt sein.
Silberne Konfirmation in Waldkappel 25. 9. 2005Jahrgang 1979 der diesjährigen Waldkappeler SilberkonfirmandenJahrgang 1980 der diesjährigen Waldkappeler SilberkonfirmandenErste Seite aus Hoffmanns Gesangbuch mit Jahreszahl 1799Gesangbuch Hoffmann
vgl. EG 23 - aber mit Halleluja statt Kyrieleis am Ende

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