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Osterspiel in der Marktkirche zu Eschwege uraufgeführt

Di 29.03.2005
"Verloren! Es ist alles verloren!" Petrus vergräbt sein Gesicht in den Händen. Susanna, seine Frau, ist ratlos. Was ist geschehen? Kann sie ihm helfen?
Mit diesem eindringlichen Bild beginnt das Osterspiel, das am Ostermontag im Gottesdienst in der Marktkirche zu Eschwege aufgeführt wurde.
Neue Wege der Verkündigung wollte man in Eschwege beschreiten, die alte Tradition der christlichen Osterspiele dabei aufgreifen - aber wie? Ein glücklicher Zufall stellte den Kontakt zu dem Schweizer Theologieprofessor Walter J. Hollenweger und der Theaterpädagogin und Regisseurin Estella F. Korthaus her, die die drei Bilder für das Eschweger Osterspiel entwarfen.
"Es war eigentlich nicht Theater, nichts Aufgesetztes", sagte eine Gottesdienstbesucherin. "Mich hat das, was ich gesehen und gehört habe, sehr berührt." Petrus, ein Jünger Jesu, der nach der Kreuzigung Jesu zutiefst enttäuscht nach Hause kommt, versteht nicht, was die drei Frauen ihm sagen wollen, als sie vom leeren Grab berichten: "Gestohlen, gestohlen den Leichnam!" Und auch die beiden Jünger, die auf ihrem Weg von Jerusalem nach Emmaus sich voller Verbitterung ihre enttäuschten Hoffnungen ins Gedächtnis zurückrufen, verstehen zunächst nicht, wer der fremde Mann ist, der versucht, ihnen das Schicksal Jesu zu erklären: "Leiden musste er? Er soll herrschen!" Doch dann wächst die Gewissheit: "Er geht uns voran - voran in eine feindliche Wirklichkeit."
An zwei Wochenenden hatte Estella F. Korthaus die Szenen des Osterspiels mit den Mitspielenden erarbeitet. Obwohl niemand Theatererfahrung mitbrachte, fanden dennoch alle durch die professionelle Anleitung der Theaterpädagogin zu Bildern von großer Ruhe und Aussagekraft. Der Kammerchor der Kantorei Eschwege sowie ein Streichquartett unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Susanne Voß begleiteten die einzelnen Szenen sicher und einfühlsam.
Bei den zahlreichen Gottesdienstbesuchern stieß das Eschweger Osterspiel auf große Zustimmung, und so will man im nächsten Jahr erneut ein biblisches Spiel in Szene setzen.
Petrus ist enttäuscht und niedergeschlagen nach der KreuzigungDer Auferstandene begegnet den EmmausjüngernPetrus verleugnet Jesus, doch eine Magd erkennt ihnDrei Frauen verkündigen Petrus, dass er dem Auferstandenen begegnen wirdProf. Dr. Walter J. Hollenweger im Gespräch mit Kirchenmusikdirektorin Susanne Voß

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