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Ein Grund zum Feiern - 25 Jahre Diakoniestation Eschwege-Land

Do 17.07.2003
Am 13. Juli 2003 feierte der Zweckverband Diakonie Eschwege Land sein 25-jähriges Bestehen mit einem Fest auf dem Gelände der Diakoniestation in Datterode, Rödelbach 6. Das Stationsgebäude, ein Vermächtnis der 1993 verstorbenen Maria Magdalena Cron, erhielt den Namen
"Dietrich-Bonhoeffer-Haus".
In ihrer Festpredigt gab die Vorsitzende des Zweckverbandes, Pfarrerin Andrea Kaiser dazu folgende Begründung: "Warum wir ausgerechnet Dietrich Bonhoeffer als Namenspatron für unser Haus gewählt haben? Nicht nur, weil wir gerne den Namen eines berühmten Mannes in der Adresse haben wollen, sondern weil Bonhoeffer als theologischer Lehrer und Autor viele Gedanken geprägt hat, die etwas über den Kern des diakonischen Auftrages der Kirchen und aller Christen aussagen."
Der Bonhoeffer-Gedenkstein im Eingangsbereich solle regelmäßig an die christliche Motivation diakonischer Arbeit erinnern, die im oft aufreibenden Alltag einer Pflegeeinrichtung manchmal aus dem Blick gerate.

Drei Kernsätze Bonhoeffers seien hier besonders hervorzuheben:
1. "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache derer, die verlassen sind..." Dieses Zitat aus Sprüche 31, 8 kennzeichnet Bonhoeffers Einsatz für Verfolgte, z.B. als Fluchthelfer für Juden und galt ihm als Aufforderung, sich öffentlich für jene einzusetzen, die selbst nicht die Stimmer erheben können.
2. "Dem Rad in die Speichen fallen" - Wenn Staat oder Gesellschaft Menschen ihrer Rechte berauben, dann reicht es manchmal nicht, die unter die Räder gekommenen zu verbinden, sondern dann müsse die Kirche den Kampf gegen Strukturen aufnehmen, die Menschen zu Opfern machen. In der heutigen Zeit müsse die Diakonie gegen manche Tendenzen in der gegenwärtigen gesundheitspolitischen Debatte ihre Stimmer erheben, damit menschenwürdige Pflege und zugleich würdige Arbeitsverhältnisse in der Pflege möglich bleiben.
3. "Kirche ist nur Kirche im Dasein für andere" und "Unser Christsein wird nur in zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen". Diese Worte stammen aus Bonhoeffers Haft im Tegeler Gefängnis und beschreiben seine Vision einer zukünftigen Kirche, die sich wie Jesus den Menschen zuwendet.
Mit Bonhoeffer habe man einen würdigen Namenspatron gefunden, dessen Gedanken wertvolle Impulse für den täglichen Dienst am Nächsten geben können.
Die Diakoniestation wird von 41 Kirchengemeinden aus dem Kirchenkreis Eschwege getragen. Sie beschäftigt 45 Mitarbeitende, die sich um ca. 200 Patienten kümmern.
Einen Pressebericht zum Fest finden Sie auf der Hompage der Einrichtung unter www:\\diakonie-esw-land.de
Pfarrerin Kaiser enthüllt den Stein mit dem Namen ''Dietrich-Bonhoeffer-Haus''

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