Aktuelles Gesamtübersicht

Kreissynoden Witzenhausen und Eschwege in Sorge über die Lage in Kamerun

Sa 09.03.2019 19:03
"Viele Menschen werden täglich getötet, viele Häuser werden täglich verbrannt. Jeden Tag werden Krankenhäuser und Kirchen abgebrannt, auch viele Autos - all das passiert auf der englischsprachigen Seite von Kamerun. Betet weiter für uns..!" übersetzte Dekanin Ulrike Laakmann aktuelle Grüße von Dekan Mpey aus dem Kameruner Kirchenkreis Meme North, der seit über 25 Jahren mit dem Kirchenkreis Witzenhausen durch eine Kirchenkreispartnerschaft verbunden ist. Sie ergänzte damit den Bericht, den Pfarrer Christian-Marwede (Neu-Eichenberg) den gemeinsam tagenden Kreissynoden von Eschwege und Witzenhausen zuvor gegeben hatte. Auch er hatte die nun schon anhaltende Eskalation anfangs friedlicher Proteste beschrieben: "Seit April 2018 sind in unserem Partner-Kirchenkreis Meme North in Kamerun Menschen auf der Flucht vor der Armee ihrer eigenen Regierung. Dörfer wurden niedergebrannt und Zivilisten erschossen. Immer wieder wird davon berichtet, dass Soldaten von der Straße aus wahllos um sich schießen. Der größte Teil der Bevölkerung hat entweder die Region verlassen oder sucht seit Monaten abseits der Straßen im Wald Schutz. Die Versorgungslage ist katastrophal."
Der Kirchenkreis Witzenhausen hatte sich bereits im Herbst mit einer Resolution zur Lage in Kamerun an die Bundesregierung und an die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gewandt. Die Landessynode hatte sich das Anliegen zu eigen gemacht und sich selbst bei der Bundesregierung und dem Kameruner Botschafter in Berlin für eine gewaltfreie Lösung der Konflikte eingesetzt. Staatsminister Michael Roth hat auf der Landessynode und in seinem Schreiben an den Kirchenkreis seine Unterstützung zugesagt und zugleich auf die Grenzen der diplomatischen Bemühungen verwiesen.
Das Engagement aus der Kirchenkreispartnerschaft ist für die Kameruner Gemeinden ein Hoffnungszeichen: "Gott helfe Euch in Eurem Bemühen, über das Parlament unseren Präsidenten zum Gespräch zu bringen" verlas die Dekanin. Ein weiteres Hoffnungszeichen ist die finanzielle Förderung eines Landwirtschaftsprojekts zur Subsistenzwirtschaft, das der Kirchenkreis trotz des Bürgerkrieges seit Januar unterstützt. Mit einer spontanen Kollekte zur "Hilfe für Kamerun" zeigten beide Synoden ihre Betroffenheit und ihr weiteres Interesse an dem Thema, das bei der kommenden Sondersynode im Mai weiter bearbeitet werden soll (UL).

» zurück