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Bahn frei für den Evangelischen Kirchenkreis Werra-Meißner

Sa 23.02.2019 18:11
Kreissynoden Eschwege und Witzenhausen beschließen Fusion zum 1.1.2020
Die Erleichterung war Dekan Dr. Martin Arnold (Eschwege) und Dekanin Ulrike Laakmann (Witzenhausen) anzumerken. Mit überwältigender Mehrheit haben beide Kreissynoden in einer teils gemeinsam, teils getrennt tagenden Sitzung in Waldkappel die Fusion der beiden Kirchenkreise beschlossen. Dem Beschluss waren mehrjährige Beratungen und Vorbereitungen vorausgegangen. In einer Satzung werden die neuen Leitungsstrukturen rechtlich geordnet. So soll die Kreissynode des neuen Kirchenkreises hundert Mitglieder haben. In ihr werden alle Kooperationsräume des Kirchenkreises mit einer ihrer Größe entsprechenden Zahl von Laien und geistlichen Mitgliedern vertreten sein. Der Kirchenkreisvorstand wird für mindestens sechs Jahre paritätisch aus den ehemaligen Kirchenkreisen Eschwege und Witzenhausen gebildet. Erste Dekanin des neuen Kirchenkreises wird Ulrike Laakmann.

Landrat Stefan Reuß lobte in einem Grußwort die gute Vorbereitung der Fusion. Es sei ein gutes Fundament für die künftige Arbeit, dass so viele Menschen ehrenamtlich mitarbeiten. "Der Werra-Meißner-Kreis steht Ihnen zur Seite", so der Landrat. Frank Koch, Erster Stadtrat von Waldkappel, der den erkrankten Bürgermeister Reiner Adam vertrat, bezeichnete die Kirche als "starke Säule der Gesellschaft". Der Präses des Eschweger Partnerkirchenkreises Mühlhausen Jens Ritter machte den Synoden Mut zur Fusion. "Wir haben vor 20 Jahren aus drei früheren Kirchenkreisen den Kirchenkreis Mühlhausen gebildet", so Ritter. "Es war ein mehrjähriger Prozess, aber es hat sich gelohnt."

Bei einem gemeinsamen Frühstück war Gelegenheit zu Gesprächen und zum wechselseitigen Kennenlernen. "Wir hatten eine großartige Unterstützung von der Waldkappeler Kirchengemeinde", so Dekan Dr. Arnold, "sonst hätten wir eine solche Großveranstaltung mit 140 Teilnehmenden nicht durchführen können."

Weitere Themen der Synoden waren die Einsetzung eines gemeinsamen Finanzausschusses für die Vorbereitung des nächsten Doppelhaushaltes 2020/21 und die Berufung eines Beirates für Öffentlichkeitsarbeit. "In einem so großen Kirchenkreis Werra-Meißner ist die Kommunikation nach innen und nach außen besonders wichtig", sagte Präses Ludger Arnold.

Der Kirchenkreis Werra-Meißner wird künftig neben den besonderen Beziehungen zum Nachbarkirchenkreis Mühlhausen drei ökumenische Partnerschaften pflegen. Ludger Arnold berichtete von einer Delegationsreise nach Südindien, Martin Arnold von dem bevorstehenden Besuch von Gästen aus der Propstei Valga in Estland. Erschüttert waren viele Synodalinnen und Synodale über einen Bericht von Pfarrer Christian Neie-Marwede aus dem von einem Bürgerkrieg erschütterten Kirchenkreis Meme North in Kamerun, zu dem der Kirchenkreis Witzenhausen eine Partnerschaft unterhält. Dekanin Ulrike Laakmann verlas ein Grußwort an die Synoden, das der dortige Dekan Njang Mpey tags zuvor übermittelt hatte. Darin bittet er um Hilfe und Gebete für die notleidenden Menschen. Mitglieder der Synode riefen die deutschen Außenpolitiker auf, sich noch mehr als bisher für eine Beilegung des Konflikts einzusetzen. Bei einer spontanen Kollekte kamen mehr als zweihundert Euro für Kamerun zusammen.

Dekanin Laakmann und Dekan Dr. Arnold berichteten auch über den Zwischenstand zur regionalen Pfarrstellenplanung. Im neuen Kirchenkreis Werra-Meißner müssen bis zum Jahr 2026 im Vergleich zum heutigen Stand achteinhalb Pfarrstellen aufgehoben werden. "Dies stellt uns vor fast unlösbare Probleme", sagte Präses Ute Bachmann. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus beiden Kirchenkreisen sucht seit längerem nach Lösungen. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe sollen in den nächsten Wochen veröffentlicht und anschließend diskutiert werden. Auf einer gemeinsamen Sondersynode am 24. Mai soll der Pfarrstellenplan beschlossen werden.

Mit Berichten aus der Arbeit der Landessynode von Frieder Brack, Lars Reuter und Ludger Arnold endete die "Doppelsynode" in Waldkappel, die mit einem starken geistlichen Impuls am Morgen begonnen hatte: "Jauchzet dem Herrn alle Welt", beteten die Witzenhäuser Synodalen mit den Worten des 100. Psalms. Und die Eschweger antworteten: "Dienet dem Herrn mit Freuden." Und alle gemeinsam fuhren fort: "Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für." Nur der Landrat hatte ein Problem: Bei Eschwege oder bei Witzenhausen mitbeten? "Ich habe alles mitgebetet", bekannte Stefan Reuß.
Mit sehr großer Mehrheit stimmten die Synoden für die Fusion (Foto: Kristin Weber)Dekanin Ulrike Laakmann und Dekan Dr. Martin Arnold (Foto: Kristin Weber)Pröpstin Katrin Wienold-Hocke (links) im Gespräch mit Dekanin Ulrike Laakmann, Präses Ute Bachmann, Präses Ludger Arnold und Dekan Dr. Martin ArnoldEtwa 150 Mitglieder der Synoden Eschwege und Witzenhausen waren zusammengekommenLandrat Stefan Reuß bei seinem Grußwort
Frank Koch überbrachte die Grüße der Gemeinde WaldkappelJens Ritter aus dem Eschweger Partnerkirchenkreis MühlhausenIm Mittelpunkt der Beratungen stand der Entwurf einer Satzung für den neuen Kirchenkreis Werra-MeißnerPfarrer Björn Kunstmann aus Altenburschla lud zur Teilnahme am nächsten Kirchentag in Dortmund ein

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