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Bleibe in Verbindung

So 16.09.2018 23:41
Mit Liedern seines neuen Albums "Bleibe in Verbindung" gastierte der Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger am Samstag in der Eschweger Kreuzkirche. Bittlinger gehört zu den Musikern, die immer wieder und immer gern nach Eschwege kommen. Eingeladen hatte das Team Popularmusik im Kirchenkreis Eschwege.
Bleibe in Verbindung das ist für Bittlinger Programm: "Ich möchte gern in Verbindung bleiben zu mir selbst und zu Gott, aber auch zu anderen Menschen, besonders zu denen, die in meine Konzerte kommen und meine Lieder hören."
In seinen Liedern bewegt er drängende gesellschaftliche Fragen wie der Umgang mit Fremden in unserem Land. "Sieh im Fremden das Vertraute, den Bekannten, alle Menschen sind Verwandte" so ein Auszug. Besonders eindrücklich das Lied "Dieses Land". Zur Melodie der Nationalhymne wünscht er sich, das "dieses Land bereit ist, jene Menschen aufzunehmen, die aus dem Leid fliehen mussten."
Mit dem Satz: "Die überwältigende Mehrheit der hier lebenden Muslime wünscht sich, mit allen Menschen friedlich zusammenzuleben" erntete er spontanen Beifall und wendet sich damit gegen islamfeindliche Stimmungsmache.
Aber auch bekannte Klassiker seines Repertoires fehlten nicht an diesem Abend, allem voran "Aufstehn, aufeinander zugehn"
Grandios auch die musikalische Begleitung. Der Schweizer David Plüss begleitet Bittlinger gekonnt und einfühlsam am Keyboard oder Akkordeon. "In der Schweiz nennt man dieses Instrument eine Handörgeli" scherzt Plüss. Er ist auch Komponist und Arrangeur der meisten Lieder, die in seinem Schweizer Studio aufgenommen wurden.
Multiinstrumentalist David Kandert schließlich komplettiert das Trio. Es war ein Augenschmaus ihn an den Percussions zu beobachten. Außerdem spielt er sicher ungewöhnliche Instrumente wie eine Bass-Ukulele oder eine Handpan, ein Instrument von Straßenmusikern. Die Handpan gibt manchen Liedern eine besonders prickelnde Atmosphäre. Nebenbei bediente er noch Mischpult, Projektion und Licht.
Bittlingers Konzerte sind kritisch und regen zum Nachdenken an, aber auch witzig und humorvoll. Immer wieder einmal lässt er einen Witz über das menschliche Miteinander oder die Kirche einfließen oder zitiert aus seinem neuen Buch.
Im Laufe des Abends rief Bittlinger immer wieder zum Mitsingen, Mitmachen und Mitklatschen auf. Die Liedtexte wurden projiziert, was eigentlich nur bei den neuen Liedern notwendig war, weil sich das Publikum als weitestgehend textsicher erwies.
Wie all seine Konzerte endete auch dieses zum lautstarken Bedauern der 170 Besucher in der Kreuzkirche mit dem Lied "Sei behütet" und einem Segen.
Harald Nolte

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