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Baumaßnahmen an der ehemaligen Synagoge in Abterode

Mi 28.03.2018 11:19
Hier entsteht ein Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner
Ein Gerüst an der ehemaligen Synagoge in Abterode macht sichtbar, dass dort Baumaßnahmen im Gange sind. Matthäus Mihm und Dr. Martin Arnold vom Verein "Aufwind", der im Untergeschoss der Synagoge ein "Lädchen für alles" betreibt, informierten jetzt in einer gut besuchten öffentlichen Veranstaltung über die Baumaßnahmen. Im Obergeschoss der ehemaligen Synagoge soll ein Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner entstehen.

Obwohl in der Region Werra-Meißner über Jahrhunderte hinweg eine starke jüdische Minderheit lebte, gibt es bis jetzt keinen wirklichen Lern- und Gedenkort. Viele Synagogen wurden in der Nazizeit zerstört oder durch Umbauten und Umnutzungen so zweckentfremdet, dass ihr ursprünglicher Charakter nicht mehr zu erkennen ist. Die Synagoge in Abterode erinnert jedoch in vielen baulichen Merkmalen an ihre ursprüngliche Bestimmung.

Dekan Dr. Martin Arnold rief besonders ältere Mitbürger, die noch Erinnerungen an das Zusammenleben mit Juden haben, dazu auf, sich für Interviews zur Verfügung zu stellen. Die Interviews sollen dann für Schulklassen, Konfirmandengruppen und die interessierte Öffentlichkeit über digitale Medien zugänglich gemacht werden. Auch Fotos und jüdische Kultusgegenstände aus der Region sollen in der Synagoge gezeigt werden. Eine pädagogische Projektgruppe unter Leitung von Ludger Arnold wird in den nächsten Monaten ein Konzept für die Gestaltung des Lern- und Gedenkortes erarbeiten. "Wir möchten den Raum so einrichten, dass er für Lerngruppen interessant und gut nutzbar sein wird", sagte Ludger Arnold. Die bauliche Umsetzung wird von Architekt Hans-Peter Schubert aus Witzenhausen begleitet.

Bürgermeister Friedhelm Junghans begrüßte im Namen der Gemeinde Meißner das Projekt. "Wir sind sehr dankbar für die Initiative von ‚Aufwind‘", so Junghans. Auch der Abteröder Ortsvorsteher Heinz Buhl und Pfarrer Andreas Heimann sprachen sich für das Projekt aus, das vom Landesamt für Denkmalpflege und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziell gefördert und fachlich begleitet wird. Die Eröffnung des Lern- und Gedenkortes ist für den Sommer 2019 geplant.
Von links nach rechts: Dekan Dr. Martin Arnold, Matthäus Mihm, Architekt Hans-Peter Schubert und Bürgermeister Friedhelm Junghans

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