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Alte Schriften und Kultusgegenstände aus der ehemaligen Synagoge in Abterode wiederentdeckt

Mi 07.03.2018 15:13
Da staunten Pfarrer Andreas Heimann und sein Ruhestandskollege Eberhard Laukner nicht schlecht. Bei Aufräumen in einem Nebengebäude zum Abteröder Pfarrhaus entdeckten sie zwei Kartons mit einem besonderen Inhalt. Darin befanden sich unter anderem eine große Pergamentschriftrolle, zahlreiche alte zerschlissene Bücher in hebräischer Schrift und auch einige Textilien, darunter ein Tora-Wimpel, die Überreste von Gebetsschals und Gebetsriemen. Dekan Dr. Martin Arnold konnte den Fund schnell einordnen: "Es ist die verschollen geglaubte ‚Geniza‘ der jüdischen Gemeinde in Abterode, die einmal auf dem Dachboden der Synagoge untergebracht war. Texte, die das Tetragramm oder andere Bezeichnungen Gottes enthalten, dürfen nach jüdischem Verständnis nicht einfach weggeworfen werden."

Die Fundstücke waren bereits im Jahr 1988 von Dr. Karl Kollmann und Thomas Wiegand auf dem Dachboden der Abteröder Synagoge entdeckt worden, galten aber zwischenzeitlich als verschollen. Nun wurden sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Erst ansatzweise ist deutlich, um welche Stücke es ich im Einzelnen handelt. Um die Funde genauer einordnen zu können, soll eine wissenschaftliche Fachberatung in Anspruch genommen werden.

Der unerwartete Fund kommt gerade zur rechten Zeit. Denn der Verein "Aufwind - Verein für seelische Gesundheit e.V.", der in der ehemaligen Synagoge ein "Lädchen für alles" betreibt, möchte im Obergeschoss der Synagoge einen Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner einrichten. "Da ist es natürlich ein Glücksfall, dass wir noch einige wenige Gegenstände aus dem gottesdienstlichen Leben der jüdischen Gemeinde in Abterode zeigen können", sagt Matthäus Mihm vom Vorstand des Vereins.
Eine große Anzahl interessierter Menschen war zur Präsentation im evangelischen Gemeindehaus erschienen. Foto: Volker Jost

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