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Ökumenische Pilgergruppe setzt Zeichen für Klimagerechtigkeit

Fr 20.10.2017 20:44
Zu Fuß sind sie unterwegs. Ganz bewusst. Mehr als 30 Männer und Frauen aus ganz Deutschland pilgern in diesen Tagen gemeinsam von der Lutherstadt Eisenach zur UN-Weltklimakonferenz, die vom 6. bis 17. November in Bonn tagt. Gestern zog die Pilgergruppe auf ihrer zweiten Etappe über 24 km von Lüderbach bis nach Waldkappel. Dabei wurde sie vom Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann, Dekan Dr. Martin Arnold, den Umweltbeauftragten des Evangelischen Kirchenkreises Pfarrerin Linda Heinlein und Pfarrer Anton Becker sowie von Stefan Weiß begleitet, dem Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Der Tag begann mit einer Andacht in der Lüderbacher Kirche, die der Ortspfarrer Rüdiger Pütz hielt. Er erinnerte daran, dass die Welt Gottes Schöpfung ist. Der Mensch habe den Auftrag, die Schöpfung Gottes zu bebauen und zu bewahren.

Im Anschluss zog die Pilgergruppe über Netra, Röhrda und Datterode zur Autobahnbaustelle nach Hoheneiche. Rechtfertigt der Autoverkehr solch tiefgreifende Einschnitte in die Landschaft? Nach der Information über das Bauprojekt schlossen sich Diskussionen und Gespräche an. Dr. Rainer Wallmann informierte über das Klimaschutzkonzept des Werra-Meißner-Kreises. "Bis 2050 wollen wir den Umstieg auf 100% erneuerbare Energien", so der Politiker. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel, aber durchaus zu schaffen, wenn sich viele mit ihren Möglichkeiten daran beteiligen. Im Landkreis versuche man schon in den Grundschulen ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen und man sei eine Modellregion für den Ökolandbau. "Mit viel Herzblut arbeiten wir für den Klimaschutz", so Wallmann.

In Bischhausen hörte die Gruppe von den Bemühungen der Kirchengemeinde, der riesigen Fledermauskolonie auf dem Dachboden der Kirche Gastfreundschaft zu gewähren. Die Pilgergruppe stimmte in der Kirche spontan eine Reihe von Liedern an, um Gott zu danken für die Schönheit und Vielfalt der Schöpfung. Mit dem Lied "Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen" brach sie dann auf zu ihrem Tagesziel nach Waldkappel. Dekan Arnold wünschte der Gruppe Gottes Segen für den noch weiten Weg nach Bonn. "Kommen Sie behütet und wohlbehalten an. Und zeigen Sie den Politikern in Bonn, dass der Klimaschutz uns allen am Herzen liegt."

Mit einem Elektro-Auto, das die Stadtwerke Eschwege zur Verfügung gestellt hatten, beförderte der Wichmannshäuser Kirchen- und Ortsvorsteher Herbert Cebulla die Pilger aus der Region, die nur an dieser Etappe teilgenommen hatten, wieder in ihre Heimatorte.
Station an der Kirche in RöhrdaPfarrerin Linda Heinlein unterstützt die Aktion mit einem Banner

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