Aktuelles Gesamtübersicht

Auf dem Weg zum Evangelischen Kirchenkreis Werra-Meißner

Sa 09.09.2017 19:15
Kreissynode Eschwege diskutiert in Bischhausen über Reformation und Erneuerung der Kirche

Im Jahr 2020 werden sich die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen zu einem gemeinsamen Kirchenkreis Werra-Meißner zusammenschließen. Der Kirchenkreisvorstand berichtete bei der Kreissynode über den Fortgang der Fusionsverhandlungen. "Es ist eine große Aufgabe, die zwar viel Zeit benötigt, die aber auch bereichernd ist. Immer wieder merken wir, dass wir uns schon sehr gut kennen. Aber wir lernen auch dazu. Aus zwei eigenständigen Kirchenkreisen soll ein neuer Kirchenkreis entstehen, in dem wir alle füreinander einstehen", sagte der stellvertretende Dekan Ralph Beyer. Er berichtete, dass es für eine Übergangszeit zunächst weiterhin zwei Dekansstellen und einen paritätisch besetzten Kirchenkreisvorstand geben soll. Die neue Synode soll etwa 80 bis 90 Mitglieder umfassen. Auch weiterhin wird jedes Kirchspiel mit mindestens einer Person in der Synode vertreten sein. Die Pfarrerinnen und Pfarrer werden Mitglieder aus ihren Reihen in die Synode wählen.

Landrat Stefan Reuß konnte Erfahrungen aus dem politischen Bereich beisteuern. "Die Fusion braucht Zeit", sagte er im Rückblick auf den Zusammenschluss der Landkreise, der bereits im Jahr 1974 erfolgte. Er dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kirchenkreis und hob dabei besonders das "Freiwillige Soziale Schuljahr" hervor, mit dem die Freiwilligenagentur Omnibus das Engagement von Schülerinnen und Schülern fördert. Die Kirchen seien ein wichtiger Identitätspunkt für die Dörfer in der Region und fördern den Zusammenhalt.

Pröpstin Katrin Wienold-Hocke berichtete von bewegenden Erlebnissen in den Gemeinden des Kirchenkreises. "Seien Sie selbstbewusst", rief sie den Synodalinnen und Synodalen zu. Die Grüße des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung überbrachte in Vertretung des Bürgermeisters der Bischhäuser Ortsvorsteher Lothar Hellwig. Der katholische Diakon Stefan Schäfer (Wanfried) berichtete von Strukturdebatten auch in der katholischen Kirche. Viel wichtiger sei es jedoch, um den Heiligen Geist zu bitten. Konkret schlug er vor, dies künftig einmal im Monat gemeinsam zu tun. Auch Superintendent Andreas Piontek aus dem Partnerkirchenkreis Mühlhausen erinnerte daran, dass die Kirche aus Gottes Geist lebt. Ihm gelte es Raum zu geben. Den Zusammenschluss dreier früherer Kirchenkreise zu einem Kirchenkreis Mühlhausen sei eine Bereicherung gewesen.

Weitere schriftliche Grüße verlas Dekan Dr. Martin Arnold von Propst Mart Jaanson aus dem Partnerkirchenkreis Valga in Estland und von Bischof Ravikumar Niranjan aus der Kirche von Südindien.

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation informierte Dekan Arnold darüber, wie die Reformation in der Region Eschwege Fuß fassen konnte. Als besondere "Schätze" hatte er ein Neues Testament nach der Übersetzung Martin Luthers aus dem Jahr 1529 mitgebracht. Es wurde kürzlich in der Pfarreibibliothek in Breitau entdeckt. Des Weiteren zeigte er eine Ausgabe der "Augsburgischen Konfession" aus dem Jahr 1540, die sich in der Pfarreibibliothek der Stadtkirchengemeinde Eschwege erhalten hat. Die "Augsburgische Konfession" ist bis zum heutigen Tage die wichtigste Bekenntnisschrift der Evangelischen Kirche.

In kleinen Gruppen diskutierten die Mitglieder der Synode über die Umbrüche des 16. Jahrhunderts und die heute notwendige Erneuerung der Kirche. Für Begeisterung sorgten dabei eine ganze Anzahl neuer Lieder, die Bezirkskantorin Susanne Voß der Synode vorstellte. Sie stehen in einem neuen Ergänzungsband zum Evangelischen Gesangbuch ("EGplus"), das jetzt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingeführt wird.

Den Bericht des Kirchenkreisvorstandes finden Sie unter "Download":
Das Plenum der Synode tagte im ''Alten Amtsgericht'' in BischhausenLudger Arnold ist Vorsitzender der SynodeLandrat Stefan Reuß ist regelmäßiger Gast der SynodeDekan Dr. Martin Arnold erläuterte, wie die Reformation in der Region Eschwege Fuß fassen konnteDer Vorstand der Kreissynode
Superintendent Andreas Piontek aus dem Partnerkirchenkreis MühlhausenBezirkskantorin Susanne Voß sang mit der Synode

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