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Mut machende Kinderfreizeit der Kirchenkreise Eschwege und Mühlhausen

So 07.05.2017 17:37
"Trau dich - Mut probieren": Unter diesem Motto stand eine viertägige Kinderfreizeit im Jugendfreizeitheim Hirschhagen, an der insgesamt 35 Kinder und Betreuer aus Meinhard, Reichensachsen und Treffurt teilnahmen. Die Freizeit wurde von den Gemeindepädagoginnen Marina Porzelle (Kirchenkreis Eschwege) und Alexandra Kunze (Kirchenkreis Mühlhausen) zusammen mit ehrenamtlichen Betreuern organisiert und durchgeführt.

Das Jugendfreizeitheim Hirschhagen liegt mitten im Wald in einer ganz besonderen Region. Dort im Wald lag von 1936 - 1945 eine der größten Sprengstofffabriken des "Dritten Reiches", in der etwa 1000 jüdische Gefangene des Konzentrationslagers Buchenwald als Außenkommando arbeiten mussten. Noch heute sind dort viele ehemalige Ruinen der Sprengstofffabrik zu sehen und somit als ein Stück lebendige Geschichte erlebbar.

Am ersten Tag der Freizeit standen Ankommen, Einrichten und die Gegend erkunden auf dem Plan. Nach dem Mittagessen wurden die Zimmer bezogen und draußen Kennlernspiele gemacht. Dabei wurden auch schon erste Mutübungen und Gruppendynamik erprobt.

Anschließend wurden die Kinder in sechs Gruppen eingeteilt, in denen sie während der Freizeit immer wieder Aufgaben gemeinsam lösen sollten und damit Punkte für ihre Gruppe sammeln konnten. Als Erkennungs- und Gemeinschaftszeichen wurden T-Shirts in verschiedenen Farben gebatikt.

Am Abend wurde von den Betreuern ein Theaterstück zum Thema "Mut" vorgespielt. Anschließend konnten sich die Kinder in "Mut" üben, indem sie mutig in unterschiedliche Fühlkartons greifen mussten.

Der erste Abend endete mit einer Nachtwanderung durch den Wald, bei der sich die Gruppe teilte. Ein Teil nahm den gleichen Weg zurück, während sich der andere Teil mutig auf einen unbekannten Weg machte, in der Hoffnung, dass auch dieser Weg zur Jugendherberge zurückführte. Diese Hoffnung wurde erfüllt.

Der nächste Tag stand unter dem Motto: "Mutig sein ist manchmal schwer". Es ging per Fußmarsch eine halbe Stunde in den Teil des Industriegebietes, in dem noch gut die Reste der Sprengstofffabrik zu erkennen sind. Vor einer mehrgeschossigen Ruine wurde den Kindern von Marina Porzelle die Geschichte des Geländes erzählt und näher gebracht. Als Vorbild für mutige Zivilcourage wurde ihnen das Leben von Sophie Scholl und der Weißen Rose vorgestellt. Die Kinder waren während dieser Einheit besonders aufmerksam und stellten viele Fragen. Auf dem Rückweg erzählten die Kinder angeregt, was sie bereits durch Großeltern und Eltern über diese Zeit erfahren hatten.

Am Nachmittag erzählte Alexandra Kunze die biblische Geschichte von Petrus, der sich nach Jesu Aufforderung sogar traute, über das Wasser zu gehen. In Spielen wurde die Geschichte anschließend kreativ aufgenommen.


Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Kassel auf dem Programm. Mit der Straßenbahn fuhr die Gruppe nach Kassel und besuchte dort das Naturkundemuseum. Anschließend hatten alle viel Spaß beim Schwimmen und Rutschen im Auebad. Der Abend war dann noch mit einem Spiele- und Diskoprogramm gefüllt, bevor die letzte Nacht begann.

Am letzten Tag stand Aufräumen und sauber machen auf dem Programm, bevor die Abreise erfolgte. Alle freuten sich auf ihre Familien, aber manche waren auch traurig, dass die Freizeit schon zu Ende war. Doch für das nächste Jahr ist bereits eine weitere Freizeit geplant. Finanziell unterstützt wurde die Freizeit von der Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises, dem Kirchenkreis Eschwege und dem Bund Evangelischer Jungend.

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