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70 Jahre Dienst als Organistin

Do 27.04.2017 15:36
Hilde Larbig in Röhrda verabschiedet
Bis auf den letzten Platz voll besetzt war die Kirche Peter und Paul in Röhrda, als Hilde Larbig jetzt nach 70 Jahren Orgeldienst verabschiedet wurde. Seit 1944 begleitete sie zunächst den Kindergottesdienst, bald danach alle kirchlichen Gottesdienste und Feiern auf der Orgel. Das hatte sie ihrem Vater, dem Organisten und Kastenmeister Adam Feige, versprochen, als dieser in den Zweiten Weltkrieg ziehen musste und nicht mehr zurückkehrte.
Die junge Hilde Feige erhielt Klavier- und Orgelunterricht zunächst bei Lehrer Scherp in Datterode, später bei Kantor Müller in Eschwege und legte dann ihre Prüfung an der Kirchenmusikschule in Schlüchtern ab. Über Generationen hinweg hat sie Familien musikalisch begleitet, von der Taufe über die Konfirmation, die Trauung, die Silberhochzeit, die Goldene Hochzeit bis hin zur Beerdigung.
Hilde Larbig war die christliche Verkündigung immer wichtig, sei es musikalisch an der Orgel oder als Kirchenvorsteherin und Kirchenälteste. Als sich die Bestattungskultur änderte, hat sie für einen würdigen Rahmen bei der Überführung der Verstorbenen gesorgt, indem sie biblische Texte dazu las und die Orgel spielte.
Der Gottesdienst zur Verabschiedung stand unter dem Palmwort: "Singet dem Herrn ein neues Lied." Pfarrer Kai Uwe Schröter, der zu Ehren von Hilde Larbig in seine frühere Gemeinde zurückgekehrt war, sagte in seiner Predigt, dass darin sehr gut das Anliegen von Hilde Larbig zum Ausdruck komme. Ihr habe ein guter und kräftiger Gemeindegesang ebenso am Herzen gelegen wie eine gute Mischung aus neuen und vertrauten Gemeindeliedern.
"Bei jedem Choral, den sie spielte", so Pfarrer Schröter, "spürte man das Lob und den Trost Gottes sowohl in der Passionszeit und bei Trauerfeiern als auch in den fröhlichen und österlichen Gesängen."
Pfarrerin Katrin Schröter und Lektorin Anke Schädel, eine Tochter von Hilde Larbig, wirkten als Liturginnen in dem Festgottesdienst mit. Auch Dekan Dr. Martin Arnold dankte Hilde Larbig für ihren langjährigen Dienst und entband sie von ihren Aufgaben als Organistin.
Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von dem Kirchenchor Datterode-Röhrda unter der Leitung von Kurt Ronshausen, von Lucas Rümmler an der Orgel und von Pfarrer Kai Uwe Schröter an der Gitarre. Margarethe Schädel, die Enkelin von Hilde Larbig, überraschte mit einem Praeludium von Bach an der Orgel.
Arnd Brüssler dankte Hilde Larbig im Namen des Kirchenvorstands Röhrda. Mit den Worten "Meine Lieblingsorganistin wird heute offiziell verabschiedet" begann er seine bewegende und emotionale Rede. Gisela Wieditz dankte Hilde Larbig im Namen des Kirchenvorstands Datterode. Die Geehrte war am Ende sichtlich gerührt. Mit einem Empfang im alten Pfarrhaus in Röhrda fand ein schöner Tag seinen Abschluss.
Hilde Larbig (Mitte) im Kreis von Gemeindemitgliedern, Familienangehörigen und Weggefährten

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