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Gottes Wort gegen Luthers Wort

Mo 10.04.2017 08:41
Nicht Luther, sondern das 500-jährige Jubiläum der Reformation gelte es in diesem Jahr zu feiern. Dies war der Tenor eines besonderen Gottesdienstes in der Marktkirche in Eschwege. "Luther hat selbst immer wieder gesagt, man solle weniger auf ihn als auf Gottes Wort in der Bibel hören", so Dekan Dr. Martin Arnold. Das kritische Verhältnis der Kirche zu sich selbst sei eine der größten Errungenschaften der Reformation.

Erschrocken waren die Gottesdienstbesucher, als Luther selbst (gespielt von Sebastian Perels, Schauspieler des Jungen Theaters) in die Kirche platzte, ein Lied unterbrach und der heutigen Kirche vorwarf, "nur leeres, langweiliges, weichgespültes Geschwätz zu verbreiten, Belanglosigkeiten in einem fort!" Anschließend musste er sich jedoch mit seinen eigenen judenfeindlichen Äußerungen und seinen Aufrufen zur gewaltsamen Unterdrückung der Bauernaufstände konfrontieren lassen. Luther und der Pfarrer kamen schließlich darin überein, dass es heute mehr denn je darauf ankomme, Jesus Christus und seine Botschaft in den Mittelpunkt zu rücken. In dieser Hinsicht brauche die Kirche mehr Mut und mehr Profil.
Dekan Dr. Martin Arnold (links) diskutiert mit Luther (Sebastian Perels)

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