Aktuelles Gesamtübersicht

Ökumenischer Gottesdienst unter dem Vorzeichen der Versöhnung

So 12.03.2017 19:45
Mit einem gemeinsamen Gottesdienst haben evangelische und katholische Christen aus der Region Eschwege im Jubiläumsjahr der Reformation ein besonderes Zeichen für die Ökumene gesetzt. Auf dem Altar der katholischen St. Elisabeth-Kirche in Eschwege lag zu Beginn eine Barriere, die dann jedoch umgebaut wurde zu einem Kreuz. Ulrike Kirch für die katholische Kirche und Alfred Weber für die evangelische Kirche bekannten deren Schuld im Blick auf die über Jahrhunderte währende Entzweiung und Trennung und baten dafür Gott um Vergebung. In einer Zeit, in der es immer weniger Christen gebe, müssten die Konfessionen zusammenrücken, sagte Dechant Mario Kawollek. Dekan Dr. Martin Arnold stimmte ihm zu und ergänzte: "Unsere Gesellschaft braucht das gemeinsame christliche Zeugnis. Wir sollen nicht über Randfragen miteinander streiten, sondern Salz und Licht für die Welt sein."

Nach Jahrhunderten wechselseitiger Verurteilungen und Abgrenzungen sei durch den ökumenischen Prozess der letzten Jahrzehnte eine geschwisterliche Beziehung gewachsen. "Wir danken Gott für die geistlichen, die theologischen und die ethischen Impulse der Reformation", sagte Dechant Kawollek. Und auch Dekan Arnold brachte seine Wertschätzung für das Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche und ihren caritativen Dienst zum Ausdruck: "Wir danken Gott, dass es Sie gibt und dass Sie den Namen Jesu Christi tragen."

Der Gottesdienst schloss mit einer Selbstverpflichtung, weitere konkrete Schritte im Geist der ökumenischen Geschwisterlichkeit zu gehen. Es gelte, die Gemeinsamkeiten des Glaubens hervorzuheben, die Übereinstimmung in der Rechtfertigungslehre zu vertiefen, gemeinsam die frohe Botschaft zu bezeugen und eine Kultur der Zusammenarbeit auf allen kirchlichen Ebenen zu fördern. Zugleich wolle man alles unterlassen, was Anlass zu neuen Zerwürfnissen geben könnte. Das im Gottesdienst aufgerichtete Kreuz soll nun übrigens auf Wanderschaft gehen in den Kirchen der Region.
Von links nach rechts: Dekan Dr. Martin Arnold, Ulrike Kirch, Dechant Mario Kawollek und Alfred Weber

» zurück