Aktuelles Gesamtübersicht

Miteinander danken und teilen

Do 06.10.2016 17:37
Die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen streben eine Fusion an
Einen Korb mit Erntegaben und Spezialitäten aus beiden Kirchenkreisen schenkten sich die Witzenhäuser Dekanin Ulrike Laakmann und der Eschweger Dekan Dr. Martin Arnold gegenseitig zu Beginn einer gemeinsamen Synode in der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf. Dort hatten sich beide Synoden versammelt, um gemeinsam über eine Fusion beider Kirchenkreise zu beraten.

Mit großer Mehrheit beschlossen beide Kreissynoden, sich auf den Weg zu machen und bis zum Jahr 2020 die Bildung eines gemeinsamen Kirchenkreises Werra-Meißner anzustreben. Sie folgten damit einem gemeinsamen Beschlussvorschlag der beiden Kirchenkreisvorstände. Dekanin Laakmann und Dekan Dr. Arnold erläuterten die Hintergründe der geplanten Fusion. Zum einen sei die Zahl der Kirchenmitglieder in beiden Kirchenkreisen seit langem stark rückläufig. Zum anderen habe die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck Rahmenvorgaben für die Gestalt von Kirchenkreisen gemacht, denen künftig nur noch ein gemeinsamer Kirchenkreis Werra-Meißner entsprechen könne. Beide wiesen auch auf die bisherige gute Zusammenarbeit hin, auf die man aufbauen könne.

In der Diskussion über den Beschlussvorschlag wurde die Frage gestellt, was aus den vielen kleinen Kirchengemeinden in der Region werden solle. Auch sei der Zusammenschluss nur mit hohem Organisationsaufwand zu bewältigen. Andererseits wurde auch auf die Chancen hingewiesen, die in der Bildung eines neuen und zukunftsfähigen Kirchenkreises liegen. Am Ende sprachen sich beide Synoden mit großer Mehrheit dafür aus, eine Fusion vorzubereiten. Bis zum Frühjahr 2019 soll ein Konzept für den gemeinsamen Kirchenkreis ausgearbeitet werden, das dann beiden Synoden zur Beschlussfasssung vorgelegt werden kann.

Der Bad Sooden-Allendorfer Bürgermeister Frank Hix begrüßte die Gäste aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis. "Allendorf ist ein guter Ort für Ihre Beratungen", so Hix. Der Landrat des Werra-Meißner-Kreises Stefan Reuß ermutigte die Synodalinnen und Synodalen darin, aufeinander zuzugehen. Gerade im diakonischen Engagement gebe es seit langem eine gute Zusammenarbeit nicht nur zwischen den Kirchenkreisen, sondern auch mit dem Werra-Meißner-Kreis. Er hob besonders das ehrenamtliche Engagement für die Flüchtlinge im Landkreis hervor: "Da haben die Kirchen Großartiges geleistet."

Unter dem Titel "Kirchwege im Werratal" stellten der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann und Claudia Krabbes, die Geschäftsführerin der Werratal Tourismus Marketing GmbH, ein neues Projekt vor, das beide Kirchenkreise gemeinsam mit dem Landkreis und der Tourismus-Agentur entwickelt haben. In einem Flyer und auf verschiedenen Internetseiten werden 50 verlässlich geöffnete Kirchen im Landkreis vorgestellt. "Zu den besonderen Schätzen unserer Region gehören die zahlreichen Dorf- und Stadtkirchen", so Dr. Wallmann. Und Claudia Krabbes fügte hinzu: "Mit diesem Projekt verbinden wir die vielfältig vorhandenen Wander- und Radwege mit den offenen Kirchen in der Region."

Im Verlauf der weiteren Beratungen stellte die Kreissynode Eschwege auch einen Antrag an die Landessynode, der darauf abzielt, den kirchlichen Anteil an der Finanzierung der Kindertagesstätten besser sicher zu stellen. "Andernfalls könnten wir gezwungen sein, bei einigen Einrichtungen die Trägerschaft niederzulegen", sagte Christoph Dühr, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis.

Dekan Dr. Arnold gab in seinem Bericht einen Ausblick auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation (Im Wortlaut unten unter "Download"). Eine Fülle von Veranstaltungen biete Gelegenheit, sich auf das zu besinnen, was die Reformation im Kern ausmache: die Freude am Evangelium. Im Unterschied zu früheren Jubiläen wolle man diesmal den ökumenischen Charakter der Reformation betonen. So ist nicht nur ein gemeinsamer Gottesdienst mit der katholischen Kirche geplant, sondern auch Gäste aus den Partnerkirchenkreisen Bellary in Indien und Valga in Estland werden erwartet.

Auch im Bericht der Witzenhäuser Dekanin ging es um die Planungen zum Reformationsjubiläum. Zuvor hatte Dekanin Laakmann das kirchliche und diakonische Engagement für geflüchtete Menschen gewürdigt und die bleibende Aufgabe kirchlicher Arbeit "nach der Willkommenskultur" unterstrichen. Als neue stellvertretende Dekanin hat die Witzenhäuser Synode Pfarrerin Dagmar Ried-Dickel (Hessisch Lichtenau) gewählt.
Von links nach rechts: Dekan Dr. Martin Arnold, Präses Ludger Arnold, Präses Ronald Gundlach und Dekanin Ulrike LaakmannSynodalinnen und Synodale während der Pause im GesprächBürgermeister Frank HixLandrat Stefan ReußErster Kreisbeigeordneter Dr. Reiner Wallmann
Claudia Krabbes, die Geschäftsführerin der Tourismus GmbHPräses Ludger Arnold nimmt den neuen Mitgliedern der Synode das Gelöbnis abDekanin Ulrike LaakmannDer Synodalvorstand

Download...

» zurück