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Langer Atem, ruhige Hand

Do 14.01.2016 11:29
Zuwanderung und Integration waren zentrale Themen beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises Eschwege
Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sangen und musizierten gemeinsam mit der Gitarrengruppe der Kirchengemeinde Herleshausen das Lied "Damit aus Fremden Freunde werden." Damit war der Ton angegeben für den diesjährigen Neujahrsempfang des Kirchenkreises Eschwege. Unter den etwa 200 Gästen in der Eschweger Marktkirche konnte Dekan Dr. Martin Arnold nicht nur zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens im Werra-Meißner-Kreis, sondern auch Flüchtlinge und zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den vielen Flüchtlingshilfeinitiativen der Region begrüßen.

Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des Migrationsforschers Dr. Jens Schneider von der Universität Osnabrück. Die Entwicklung Deutschlands zu einem Einwanderungsland sei unumkehrbar, sagte Schneider. Von anderen Einwanderungsländern könne man lernen, dass "superdiverse" Gesellschaften gut funktionierten. Allerdings brauche man dazu einen langen Atem und eine ruhige Hand. Von zentraler Bedeutung sei es, den Zuwanderern Zugang zu guter Bildung zu eröffnen. In dieser Hinsicht sei Deutschland bisher schlecht aufgestellt: "Studien zeigen, dass Bildungsniveau und gute Jobs wesentlich dazu beitragen, aus Nachkommen von Einwanderern loyale, liberale und produktive Mitglieder dieser Gesellschaft werden zu lassen - wenn sie nicht aktiv daran gehindert werden." Dabei betreffe Integration die ganze Gesellschaft, sie sei keine spezielle Herausforderung nur für Einwanderer und ihre Kinder. Insbesondere die zweite Generation in den Zuwanderungsfamilien gelte es zu gewinnen.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs konnte Andreas von Scharfenberg im Namen der Kirchenerhaltungsstiftung des Kirchenkreises einen Förderbescheid in Höhe von 1.500€ an die Kirchengemeinde Heldra überreichen. Die Kirchengemeinde hatte Spenden gesammelt zur Erneuerung des Altars in ihrer Kirche, die von der Stiftung verdoppelt wurden. Dekan Arnold stellte eine neue Broschüre des Kirchenkreises vor, in der nicht nur über die Kirchenerhaltungsstiftung, sondern auch über einen neuen Flüchtlingshilfefonds und zahlreiche weitere Projekte und Initiativen aus dem Kirchenkreis informiert wird. "Helfen Sie mit, dass gute Ideen Wirklichkeit werden", so Arnold.

Ein anschließender Imbiss bot Gelegenheit nicht nur zum Austausch über den Vortrag, sondern auch zu guten Wünschen für das neue Jahr. Mit dem Lied "Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen" schloss sich der Bogen einer Mut machenden Veranstaltung.
Die Gruppe ''Viellsaitig'' sang und musizierte unter Leitung von Martin von Frommannshausen. Foto: Franziska WehrDr. Jens Schneider bei seinem Vortrag (Foto: Volker Jost)Etwa 200 Gäste konnte Dekan Dr. Martin Arnold begrüßenDer Empfang bot Gelegenheit für gute Wünsche zum neuen Jahr und für Gespräche (Foto: Volker Jost)Andreas von Scharfenberg überreicht den Förderbescheid der Kirchenerhalltungsstiftung (Foto: Volker Jost)

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