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Kinderbibelwoche in der Stadtkirchengemeinde

Di 27.10.2015 10:29
"Mit Martin auf Entdeckertour" lautete das Motto der diesjährigen Kinderbibelwoche, die wieder in der ersten Woche der Herbstferien stattfand. Aber gemeint war nicht Martin Lehmann, wie ein Kind anfangs vermutete. Dieser begleitete zwar die KiBiWo musikalisch, doch gemeint war Martin Luther, dessen Leben die Kinder in diesem Jahr kennenlernen sollten. Jeder Tag begann mit einem gemeinsamen Singen und Isa, die gemeinsam mit der Moderatorin die Kinder auf die Entdeckertour einlud. Der erste Tag begann mit einem Theaterstück über die Kindheit Luthers, seinen Beweggründen Mönch zu werden und seinem Leben im Kloster. Anschließend bastelten die Erst- und Zweitklässler aus Filz eine Rundmühle, ein Spiel, das die Kinder zur Zeit Luthers wohl auch schon spielten. Die "Großen" wanderten währenddessen ins Gemeindehaus der Marktkirche. Dort erwartete sie ein lustiges Leiterspiel zum Leben im Mittelalter.
Der zweite Tag stand unter dem Thema "Dafür stehe ich ein! Martin entdeckt die Kraft Gottes." Im Theaterstück sahen die Kinder den Streit Luthers mit dem Ablassverkäufer Tetzel und der Bannandrohung durch den Papst. Auf dem Reichstag in Worms spricht Luther die berühmten Worte: "Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen!". Auf dem Rückweg wird Martin entführt, doch von wem sollte an diesem Tag noch nicht verraten werden. Erst einmal ging es jedoch für beide Gruppen wieder nach draußen. Während die Jüngeren in der Küche der Humboldtschule Luther-Brötchen für alle backten, starteten die Kinder der 3. bis 6. Klasse zur Kirchen-Entdecker-Tour. In der Neustädter Kirche wurden mit Hilfe von Detail-Fotos Gegenstände gesucht. Dies war mitunter sehr schwierig, denn wer denkt schon daran, dass ein Foto den Altar von unten zeigen könnte? Auch war es sehr interessant zu erfahren, dass beide Kirchen zur Zeit Luthers fertiggestellt wurden und viele Gegenstände, wie Kanzel, Bibel, Kreuz oder Taufstein, früher genauso wie heute eine zentrale Rolle im Gottesdienst spielen. Weiter ging es zur Kapelle der Brauerei, denn Martin Luther gehörte zur Ordensgemeinschaft der Augustiner, die in Eschwege ein Eremitenkloster betrieben. Der Weg führte nun zur Marktkirche, wo vor der Kirche einige Spiele zum Thema "Standfestigkeit" stattfanden und im Inneren das Reformationsfenster besichtigt wurde.
Am dritten Tag lernten die Kinder die Bibel als Buch fürs Leben kennen.Beim Theaterstück begeisterte Ritter Roland, dem Luther eine Schatzgeschichte aus dem Neuen Testament vorlas, das gerade ins Deutsche übersetzt hatte. Die Entführer vom Vortag waren nämlich Freunde gewesen und hatten ihn auf die Wartburg gebracht, wo er in Sicherheit war. Heute begaben sich die Erst- und Zweitklässler auf Entdeckertour in unsere beiden Kirchen und trauten sich in der Marktkirche sogar die Gruft zu besichtigen. Die Älteren beschäftigten sich an diesem Tag mit der Bibel und Bibelworten und gingen anschließend in den Botanischen Garten, wo einige Spiele zur Teambildung anstanden.
An allen drei Tagen endete die Kinderbibelwoche mit einem gemeinsamen Lied. Der Tagesspruch wurde noch einmal aufgesagt und ein Tischgebet gesprochen. Anschließend wurde gemeinsam zu Mittag gegessen.
Gespannte Vorfreude herrschte bei allen Teilnehmern der Kinderbibelwoche am vierten Tag, schließlich ging es auf eine Fahrt ins Land Unbekannt. Doch schnell war klar, dass der Bus Richtung Eisenach fuhr, wo die KiBiWo-Kinder im Lutherhaus eine mittelalterliche Schulstunde erlebten. Fast alle waren sich einig, dass das Rechnen früher viel einfacher war, denn es mussten nur Steine auf einer Tafel verschoben werden, um auch große Zahlen addieren zu können. Nach einem Picknick auf den Vorplatz des Lutherhauses wanderten alle hinauf zur Wartburg. Wenn auch einige lieber mit dem Bus gefahren wären, schafften doch alle den Aufstieg zur Burg, wo wir bei schönem Wetter einen tollen Blick genießen konnten. Alle Anstrengung war spätestens bei der Besichtigung der Wartburg vergessen, weil unser Burgführer es verstand, die Aufmerksamkeit aller zu fesseln. Natürlich wurde auch in Luthers Studierzimmer nach dem berühmten Tintenfleck gesucht. Zum Glück holte uns der Bus auf halber Strecke ab, so dass wir nicht wieder bis nach Eisenach hinunter laufen mussten. Zufrieden verputzten alle die gespendeten Nussecken und die Kinder bekamen die ausgewerteten KiBiWo-Pässe zurück. Nachdem auf der Heimfahrt noch einige Lieder gesungen wurden, landeten alle geschafft, aber zufrieden am späten Nachmittag wieder in Eschwege.
Das Team aus Jugendlichen und Erwachsenen wurde in diesem Jahr von acht Konfirmandinnen und Konfirmanden unterstützt, die sich sehr gut einbrachten, sei es beim Theaterspielen, der Kirchen-Entdecker-Tour oder der Betreuung der Kinder.

Astrid Fey

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