Aktuelles Gesamtübersicht

Zur aktuellen Situation der Flüchtlinge

So 20.09.2015 07:46
Eine Erklärung der Leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen Deutschlands
,Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!, (Psalm 36,8)
Gott liebt alle seine Geschöpfe und will ihnen Nahrung, Auskommen und Wohnung auf dieser Erde geben. Wir sehen mit Sorge, dass diese guten Gaben
Gottes Millionen von Menschen verwehrt sind. Hunger, Verfolgung und Gewalt bedrücken sie. Viele von ihnen befinden sich auf der Flucht. So stehen sie
auch vor den Toren Europas und Deutschlands. Sie willkommen zu heißen, aufzunehmen und ihnen das zukommen zu lassen, was Gott allen Menschen
zugedacht hat, ist ein Gebot der Humanität und für uns ein Gebot christlicher Verantwortung.
Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Bemühungen. Viele Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die große Herausforderung besteht darin, jedem Einzelnen
gerecht zu werden.
In ihrer Not begeben sich Menschen auf der Flucht in Lebensgefahr. Es ist humanitäre Pflicht, alles zu tun, um Menschen aus Seenot und vor anderen
Gefahren zu retten. Gegen menschenverachtende Schlepperbanden und mafiöse Strukturen innerhalb und außerhalb Europas muss mit polizeilichen Mitteln
vorgegangen werden.
Die wirksamsten Maßnahmen gegen die Gefahren auf der Flucht bestehen in legalen Zugangswegen nach Europa. Wir fordern deshalb legale Wege für
Schutzsuchende und begrüßen Diskussionen über ein Einwanderungsgesetz, das neue Zuwanderungsmöglichkeiten für Menschen auf der Suche nach Arbeit
und einem besseren Leben eröffnet.
Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung, aber auch unsere Kräfte sind groß. wir sind dankbar für die vielfältige Hilfsbereitschaft! Allen,
die ehrenamtlich oder beruflich, aus Kirche, Zivilgesellschaft, Staat und Politik helfen, eine Willkommenskultur zu leben und mit einem beispiellosen Einsatz für die schnelle und menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen zu sorgen, danken wir von ganzem Herzen!
Mit Entschiedenheit wenden wir uns gegen alle Formen von Fremdenfeindlichkeit, Hass oder Rassismus und gegen alles, was eine menschenfeindliche
Haltung unterstützt oder salonfähig macht. Sorgen und Angst vor Überforderung müssen ernst genommen werden, dürfen aber nicht für menschenfeindliche
Stimmungen missbraucht werden.
Als Kirche prägen wir das Zusammenleben in dieser Gesellschaft mit. Daher treten wir dafür ein, gelebte Willkommenskultur und die damit verbundene
Integration zu einer zentralen Aufgabe unserer Gemeinden und Einrichtungen zu machen.
Mit Sorge sehen wir die Hintergründe und Ursachen der Flüchtlingsbewegungen: Klimaveränderungen, Kriege, Verfolgung, Zusammenbruch staatlicher
Gewalt, extreme Armut. In diese Fluchtursachen ist auch unsere Gesellschaft vielfältig durch globale Handelsbeziehungen, Waffenlieferungen und nicht zuletzt
durch einen Lebensstil, der die Ressourcen der Erde verbraucht, zutiefst verwickelt. Eine Umkehr von diesen ungerechten Verhältnissen ist an der Zeit.
Uns in Deutschland ist aufgrund unserer Geschichte in besonderer Weise bewusst, welches Geschenk es ist, Hilfe in der Not und offene Türen zu finden.
Ohne die Hilfe, die uns selber zu Teil geworden ist, wären wir heute nicht in der Lage, mit unseren Kräften anderen zu helfen.
Wir als Leitende Geistliche wollen uns dafür einsetzen, dass Europa jetzt gemeinsam handelt und seinen humanitären Verpflichtungen gemeinschaftlich
nachkommt.
In der Gewissheit, dass Menschen unter Gottes Flügeln Zuflucht haben, bringen wir die Not aller Menschen in unseren Gebeten vor Gott und bitten ihn um
Kraft für die vor uns liegenden Aufgaben.

Landessuperintendent Dietmar Arends, Lippische Landeskirche
Bischof Dr. Markus Dröge, Evang. Kirche Berlin-Brandenburg Schlesische Oberlausitz (EKBO)
Landesb¡schof Dr. h.c. Frank otfried July, Evangelische Landeskirche in Wûrttemberg
Kirchenpräsident Joachim Liebig, Evangelische Landeskirche Anhalts
Präses Manfred Rekowski, Evangelische Kirche im Rheinland
Landesbischof Dr. He¡nrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD
Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher, Evangelisch-reformierte Kirche
Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe
Landesbischof Carsten Rentzing, Ev.-Luth. Landesk¡rche Sachsens
Pastor Renke Brahms, Bremische Evangeische Kirche
Bìschof Prof. Dr. Martin Hein, Evang. Kirchevon Kurhessen-Waldeck
Landesbischöf¡n llse Junkermann, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Landesbischof Ralf Meister, Ev.-Luth. Landeskirche Hannover
Kirchenpräsident Christian Schad, Evangelische Kirche der Pfalz
Evangelische Kirche
Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Evangelische Landeskirche in Baden
Bischof Jan Janssen, Ev.-Luth. Oberkirchenrat
Präses Annette Kurschus, Ev. Kirche von Westfalen
Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Ev.luth. Landeskirche in Braunschweig
Landesbischof Gerhard Ulrich, Ev.-Luth. K¡rche in Norddeutschland
Bischof Prof. Dr. Martin Hein

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