Aktuelles Gesamtübersicht

Im Fremden Christus begegnen

Sa 19.09.2015 19:00
Flüchtlinge waren Schwerpunktthema der Kreissynode Eschwege

Die Situation der Flüchtlinge stand im Mittelpunkt der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege, die in Netra im Ringgau tagte. Pröpstin Katrin Wienold-Hocke (Kassel) erinnerte an die biblischen Erzählungen, in denen Gott den Menschen in Person des Fremden begegnet. Auch Jesus habe gesagt: "Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen." Dabei stellte sie auch heraus, dass die Bibel nicht nach Grund oder Ursache des Fremdseins unterscheidet. Kreisdiakoniepfarrer Dr. Lothar Kilian informierte die Synodalen über die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Werra-Meißner-Kreis. Anhand einiger Beispiele wurde das große freiwillige Engagement für Flüchtlinge dargestellt. Petra Landefeld-Zbierski gibt einen Sprachkurs für Flüchtlinge in Eltmannshausen. Von einer Kontaktbörse für Flüchtlinge und Einheimische in der Stadtkirchengemeinde Eschwege berichtete Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost. Von Begegnungen und Aktionen für Flüchtlinge in Sontra berichteten Benjamin Rosenbaum, Florian Ingrisch und Doris Weiland. Ulrike Bock und Bernd Hirschfelder stellten das Projekt "Patchwork" vor, in dem Flüchtlinge und Einheimische zusammen kochen und essen oder kreativ mit Holz arbeiten. Für ein kontinuierliches freiwilliges Engagement, so Kreisdiakoniepfarrer Dr. Kilian, sei jedoch eine Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen unabdingbar. Er stelle ein neues Konzept vor, wie die Freiwilligenagentur Omnibus, die Evangelische Familienbildungsstätte, das Diakonische Werk und die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen das freiwillige Engagement in der Region fördern wollen. Die Kollekte im Eröffnungsgottesdienst in Höhe von 460,71€ soll einem neuen Flüchtlingshilfefonds des Diakonischen Werkes zugutekommen. Es soll auch verstärkt geprüft werden, ob nicht mehr benötigte Gemeindehäuser und Pfarrhäuser als Wohnungen für Flüchtlinge genutzt werden können. Die Kreissynode bittet die Landessynode, für die dazu nötigen baulichen Investitionen einen besonderen Fonds einzurichten.

"Der Werra-Meißner-Kreis schätzt die Arbeit der Kirche und des Diakonischen Werkes sehr", sagte die Kreisbeigeordnete Helga Först, die Landrat Stefan Reuß vertrat. Der Werra-Meißner-Kreis sei ein offener Landkreis, der Flüchtlinge willkommen heiße. Sie dankte allen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe und bat darum, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen. "Wir müssen vor allem die Menschen hinter den Zahlen sehen", so Först. Grüße aus dem Partnerkirchenkreis Mühlhausen überbrachte Superintendent Andreas Piontek. Auch er erinnerte daran, dass Jesus stets auf der Seite der Schutzbedürftigen gestanden habe. Er rief dazu auf, mitmenschlich zu handeln und informierte über das kirchliche Engagement für Flüchtlinge im Kirchenkreis Mühlhausen. Bürgermeister Klaus Fissmann hieß die Synodalen in Netra willkommen. Auch er rief dazu auf, gemeinsam nach Lösungen in der Flüchtlingsfrage zu suchen.

Neben der thematischen Arbeit hatte die Synode zahlreiche Ämter neu zu besetzen. In die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wurden Pfarrerin Rita Reinhardt (Röhrda), Ludger Arnold (Weißenborn) und Gero von Randow (Markershausen) gewählt. Zu Stellvertretern wurden Pfarrer Ralph Beyer (Oetmannshausen), Wolf-Arthur Kalden (Wanfried) und Dr. Hans-Joachim Vock (Eschwege) bestimmt. Neues stellvertretendes geistliches Mitglied im Kirchenkreisvorstand wurde Pfarrer Björn Kunstmann (Altenburschla).

Der Kirchenkreisvorstand berichtete auch über die Entwicklung des kirchlichen Lebens. "Wir werden weniger, unsere Dörfer und Kirchengemeinden werden kleiner. Deshalb wird es immer wichtiger, zusammen zu rücken und zu kooperieren", sagte Dekan Dr. Martin Arnold. Die Zusammenarbeit soll künftig in sechs Kooperationsräumen erfolgen. Wenn der Bevölkerungs- und Mitgliederrückgang jedoch weiter anhalte, müsse auch über eine Fusion mit dem Kirchenkreis Witzenhausen nachgedacht werden, mit dem es bereits jetzt eine breite und gute Zusammenarbeit gebe.

Der Kirchenkreis Eschwege hat 38.652 Mitglieder, die in 81 Kirchengemeinden leben. Die Kreissynode Eschwege hat insgesamt 94 Mitglieder. Sie setzt sich zusammen aus den Pfarrerinnen und Pfarrern des Kirchenkreises, den von den Kirchenvorständen gewählten Laienmitgliedern und zwölf berufenen Mitgliedern. Sie kommt in der Regel zwei Mal im Jahr an wechselnden Orten zusammen. Den Vorsitz in der Kreissynode hat Ludger Arnold.

Den Bericht des Kirchenkreisvorstands können Sie unter "Download" nachlesen:
Petra Landefeld-Zbierski gibt Deutschunterricht für FlüchtlingePröpstin Katrin Wienold-Hocke gab biblische Impulse zum FlüchtlingsthemaSuperintendent Andreas Piontek brachte Grüße aus dem Partnerkirchenkreis MühlhausenHelga Först vertrat den Werra-Meißner-KreisDas Plenum der Synode im Dorfgemeinschaftshaus Netra
Der Ringgauer Bürgermeister Klaus FissmannDie Werkstatt für junge Menschen stellt das Projekt ''Patchwork'' vorPräses Ludger Arnold (im Vordergrund) und Dekan Dr. Martin Arnold

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