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Diakonie und Kirche als Lobby für die Schwachen

Sa 28.02.2015 18:34
Das soziale Engagement der Kirche stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Synode der beiden Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen. Landrat Stefan Reuß stellte in einem Grußwort besonders die Situation der Flüchtlinge in den Mittelpunkt. "Bei dieser riesigen Herausforderung sind wir sehr dankbar, dass die Kirchen eine Willkommenskultur fördern und sich auch viele ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren", so Reuß. Bürgermeister Alexander Heppe bezeichnete die Kirche als verbindenden Faktor in der Gesellschaft. Flüchtlinge dürfe man nicht nur als Problem sehen, sondern auch als Chance, um sich als offene Gesellschaft zu zeigen. "An der Mitmenschlichkeit darf man nicht sparen", so Heppe. Nach einer Andacht in der Marktkirche zogen die 150 Synodalen, die aus dem ganzen Werra-Meißner-Kreis zusammengekommen waren, zu ihren Beratungen in das Alte E-Werk um. Dort sprach Diakoniedezernent Horst Rühl (Kassel) über die Perspektiven der Regionalen Diakonischen Werke. Er warnte vor einer Trennung von Diakonie und Kirche: "Kirche ist Diakonie und Diakonie ist Kirche." Beide sollten sich als Lobby für die Schwachen verstehen. Ein starkes diakonisches Engagement sei die beste Öffentlichkeitsarbeit für die Kirche. In der Diakonie gehe es nicht nur um Barmherzigkeit, sondern auch um Gerechtigkeit. Dabei solle die Diakonie zwar ein verlässlicher, aber auch ein unbequemer Partner für die Politik sein. Er rief die Kirchenkreise dazu auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Man müsse sich die Frage stellen: "Was ist uns die sozial-diakonische Arbeit wert?"
Das Diakonische Werk Eschwege-Witzenhausen stellte den Synodalen seine Fachbereiche in einer Ausstellung und kurzen Filmbeiträgen vor. In einem neuen "Rahmenplan Diakonie" wurden die sozialen Herausforderungen in der Region Werra-Meißner beschrieben und Perspektiven für die sozial-diakonische Arbeit aufgezeigt. Bei der anschließenden Diskussion wurde angeregt, das Engagement für Flüchtlinge noch zu verstärken. Auch das ehrenamtliche Engagement in der Diakonie müsse noch mehr gefördert werden. Ohne Gegenstimme wurde der Rahmenplan schließlich von beiden Synoden angenommen.
Diakoniereferent Pfarrer Horst Rühl (Kassel)Die beiden Synoden tagten gemeinsam im alten E-Werk in Eschwege

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