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Eschwege unterstützt erfolgreich Hilfsaktion für Flüchtlinge in der Südosttürkei

Sa 14.02.2015 10:00
Etwa 1,7 Millionen Menschen sind vor dem Terror des "Islamischen Staates" aus Syrien und dem Irak in die Türkei geflohen. Besonders verfolgt und bedroht werden die Minderheiten der Jesiden und der Christen. Mit einer gemeinsamen Hilfsaktion der Gemeinden Oberkirch im Südschwarzwald und Eschwege konnte jetzt konkrete Hilfe geleistet werden. In beiden Städten wurde von den Kommunen und von den Kirchen zu Spenden aufgerufen. Innerhalb von nur acht Wochen kamen dabei mehr als 48.000€ zusammen, darunter 5.500€ aus Eschwege. Julita Parisel von der katholischen Pfarrgemeinde in Oberkirche und der Diakon Roland Deusch von der dortigen evangelischen Kirchengemeinde reisten mit einer Jesidin aus Oberkirch und Mitgliedern einer syrisch-orthodoxen Familie in die Südosttürkei. Aus Eschwege nahm Said Barakat an der Reise teil. Er ist ebenfalls Jeside und lebt seit vielen Jahren in Eschwege. In der Stadt Midyat in der Südosttürkei kauften sie mit den Spendengeldern Lebensmittel, Hygieneartikel, Unterrichtsmaterial, Schuhe und medizinische Hilfsmittel. Jetzt berichteten Parisel und Deusch in Eschwege über den Verlauf der Aktion. Sie schilderten die Not der Menschen, denen sie begegnet waren. Unter den vielen Flüchtlingen ist die Situation der Christen und der Jesiden auch in der Türkei besonders kritisch. Die christlichen Flüchtlinge haben in der Türkei keinerlei Rechtsstatus. Auch von medizinischer Hilfe werden sie ausgeschlossen. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Timotheos Samuel Aktaº befürchtet deshalb, dass seine Kirche sterben wird. "Wir haben den Flüchtlingen dort geholfen, wo die Not am größten ist", sagte Julita Parisel. Dazu zählten insbesondere die Kleinkinder, die Frauen und Kranke, die medizinische Hilfe benötigten. "Leider sind in dieser Region keine Hilfsorganisationen tätig", ergänzte Roland Deusch. Während des Besuchs konnte ein Schulleiter aus der Region als Vertrauensperson gefunden werden, die auch weiterhin mit Spendengeldern aus Deutschland Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs kauft. Wer die Aktion weiterhin unterstützen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:
Freundeskreis Oberkirch hilft
Kennwort: Flüchtlingshilfe
Konto-Nr. DE11 6645 0050 0006 0033
BIC: SOLADES1OFG

Für Spenden ab 200€ stellt die Stadt Oberkirch Spendenquittungen aus, für kleinere Spenden genügt der Bankbeleg.
Stadtkämmerer Reiner Brill und Bürgermeister Alexander Heppe dankten Julita Parisel und Roland Deusch für ihr großartiges Engagement. Dekan Dr. Martin Arnold und Dechant Mario Kawollek lobten die große Hilfsbereitschaft der Eschweger und die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Kirchen.
Julita Parisel (rechts) erläutert den Verlauf der AktionDiakon Roland Deusch zeigte Filme und Fotos

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