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Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit bleiben wichtige Themen in unserer Landeskirche

Sa 08.11.2014
Berater für Kriegsdienstverweigerer aus der Landeskirche trafen sich am 6. November im Haus der Kirche in Kassel. Eingeladen hatte dazu Pfr. Wilfried Ullrich. Er ist seit 1. Februar 2014 Friedensbeauftragter der Landeskirche. Die Friedenspfarrstelle ist dem Dezernat für Ökumene, Weltmission und Entwicklungsfragen zugeordnet. Bisher gehörten die KDV-Berater zum Zentrum für Freiwilligen- Friedens- und Zivildienst (ZFFZ) der Landeskirche. Aus dem Kirchenkreis Eschwege nahm KDV-Berater Heinrich Mihr (Pfr. i. R.) an der Veranstaltung teil.

Die KDV-Beraterkonferenz soll in unserer Landeskirche auch nach dem Aussetzen der Wehrpflicht weiterhin bestehen bleiben. Denn nach wie vor bleibt Friedens- und Gewissensbildung und somit auch Kriegsdienstverweigerung ein wichtiges Thema und muss im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert bleiben. In letzter Zeit steigen wieder die Zahlen der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung. Die Anträge werden von Zeit- bzw. Berufssoldaten gestellt. Soldaten, die aus Gewissensgründen einen solchen Antrag stellen, haben es aber zunehmend schwerer, eine Anerkennung ihrer Gewissensgründe zu erreichen. Sie müssen im Falle der Anerkennung mit zum Teil sehr hohen finanziellen Rückforderungen seitens der Bundeswehr rechnen.

Informiert wurden die KDV-Berater auch über eine Initiative des Arbeitskreises Frieden in unserer Landeskirche. Im Sommer dieses Jahres hatte der Arbeitskreis die Kreissynoden mit einem Diskussionspapier aufgefordert, sich mit einer friedensethischen Neuorientierung auseinander zu setzen. Der Arbeitskreis folgte damit einem Aufruf der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen, die 2013 im südkoreanischen Busan tagte. Alle Mitgliedskirchen, zu denen auch unsere Landeskirche gehört, werden darin gebeten, bis nächsten Vollversammlung in 2021 auf einem "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens" in den nächsten Jahren verstärkt die Themen Gerechtigkeit und Frieden in den Mittelpunkt zu stellen.
In dem Diskussionspapier wird z.B. dazu angeregt, möglichst viele Gemeindemitglieder in ziviler Konfliktbearbeitung fortzubilden, um dadurch gewaltfreie Kommunikation zu fördern. Zudem wird die Kirchenleitung darum gebeten, den Anteil der Kirchensteuern aus der Rüstungsindustrie für humanitäre Maßnahmen und zivile Konfliktbearbeitung in Kriegsgebieten einzusetzen, um Kriegsleid zu lindern. Das gesamte Diskussionspapier ist im Download zu lesen:
www.ekkw.de/media_ekkw/downloads/141106_aktuell_friedenspapier.pdf

Informiert wurden die KDV-Berater auch über laufende Projekte der Friedensarbeit in unserer Landeskirche. Unter dem Oberthema "Gewalt erkennen, Konflikte bearbeiten, Streit schlichten" gibt es Angebote für die Konfirmanden- und Jugendarbeit, Fortbildungen für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende und Pfarrer/innen sowie für Schulklassen der Sekundarstufe I. Diese Angebote können auch in Gemeinden und Kirchenkreisen durchgeführt werden. Informationen sind dazu bei dem Referenten für Friedenspädagogik Diakon Thorsten Krug (thorsten.krug@ekkw.de) oder bei dem Friedensbeauftragten der Landeskirche Pfr. Wilfried Ullrich (wilfried.ullrich@ekkw.de) erhältlich.

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