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"Stolperstein" vor dem Kirchenkreisamt Eschwege erinnert an den jüdischen Arzt Dr. Carl Stern

Mo 04.08.2014 12:40
Vor dem Kirchenkreisamt in Eschwege hat der Künstler Günter Demnig einen "Stolperstein" verlegt. Mit dem Gedenkstein wird an den jüdischen Arzt Dr. Carl Stern erinnert, der bis zum Jahr 1933 in diesem Haus wohnte und dort eine Arztpraxis betrieb. Dr. Karl Kollmann, der Leiter des Eschweger Stadtarchivs, erinnerte während der Verlegung an das Leben von Carl Stern. Im März 1933 gab Stern seine Praxis auf, weil auf Grund von Anfeindungen Eschweger Nationalsozialisten ein geregelter Praxisbetrieb sowie ein normales Familienleben nicht mehr möglich waren. Zusammen mit seiner Familie zog er nach Hamburg. Falsche Anschuldigungen aus Eschwege veranlassten ihn dort im Februar 1935 zum Freitod. Im September 1937 kaufte der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Eschwege dieses Haus von den Nachfahren des Dr. Moritz Stern zu einem Preis von 30.000 Reichsmark. Dieser Kauf geschah im Zuge der vom Nationalsozialismus begünstigten Übernahme jüdischen Eigentums durch nicht-jüdische Personen oder Einrichtungen. Bei der Verlegung des Stolpersteins anwesend waren unter anderen Dekan Dr. Martin Arnold, der Leiter des Kirchenkreisamtes Andreas Koch, für den Vorstand des Gesamtverbandes der Eschweger Kirchengemeinden Gabi Vock sowie Pfarrer i.R. Heinrich Mihr, der die Geschichte des Hauses recherchiert hatte.
Der Künstler Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Dr. Carl SternDr. Karl Kollmann erinnert an das Leben von Dr. Carl Stern

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