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Hoffentlich hats geklappt: Maria, Eva & Co zum Thema "Wie findet frau Stille im Advent?"

Fr 03.01.2014 22:59
Zum Beginn des Advents trafen sich 125 Frauen aus unserem Kirchenkreis im Gemeindehaus in Niederhone zu "Maria, Eva & Co". Der Abend stand ganz im Zeichen des Advents unter der Frage: Wie findet Frau Stille im Advent? Hier einige persönliche Eindrücke von Besucherin Christina Hohmann aus Langenhain:

Wie findet "frau" Stille im Advent? so lautet der Titel im Flyer; und sicher ist diese Frage auch eine - unausgesprochene? - Frage vieler Frauen. Zumindest war dies mein erster Gedanke, als ich die vielen Frauen dort erblickte.
Nachdem uns die Delegierte der Landesfrauenkonferenz Carmen Hohmann begrüßte und die Mitwirkenden der Veranstaltung vorgestellt hat, bekamen wir, einen Impuls durch ein Rollenspiel. Ich bin mir sicher, dass jede der Anwesenden sich in einer der Passagen wiederentdecken konnte: […] Einfach herrlich anzusehen und zu hören! Das Gelächter während des Rollenspiels stand sicher immer wieder für Gedanken wie: "Das kommt mir bekannt vor!" oder "Wie bei uns zu Hause!" […]
Wann oder wo erleben wir Stille? Wann ist Stille für mich wichtig? Darüber konnten wir anschließend nachdenken und uns äußern. … in einer Sprechmotette hörten wir, was Advent für uns sein kann. Ich persönlich empfand dabei die immer wiederkehrenden Worte "Advent- Hoffnung in sich tragen" als sehr wohltuend.
Anschließend […] ermutigte uns Pfrin. Dorlies Schulze, nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir in all unserer Hektik zur Ruhe und dann auch zur Stille kommen können und wie uns die Stille zu Gott führen kann. Sie benutze dazu das Bild eines Engels, dessen Gesten sie von einer Ausstellung im Kloster Germerode in positiver Erinnerung hatte. Die vom Engel gezeigten Gesten, "pssst" (=den Zeigefinger der einen Hand vor den geschlossenen Lippen) und "Achtung" (=den erhobenen Zeigefinger der anderen Hand). "pssst" steht für Schweigen. Und "Achtung" steht für Hören. Um wirklich hören zu können, müssen wir erst einmal still werden.
Dass Sprachlosigkeit/Schweigen auch eine Hilfe zum Glauben sein kann, verdeutlichte Pfrin. Schulze mit der Geschichte von Zacharias und seiner Begegnung mit dem Engel Gabriel aus dem Lukas-Evangelium, dem 1. Kap.
Wir Menschen hören viel, manchmal zu viel und wir wissen oft gar nicht, was wir genau hören in der Vielzahl der auf uns einwirkenden Geräusche und Gespräche bzw. Begegnungen. Gottes Wort zum Beispiel, hören wir oft nicht in unserem Alltag.
Jeder Mensch hört anders. Jeder nimmt Stille anders wahr. Für den Einen ist Stille etwas Positives und Wohltuendes, für die Andere ist Stille nur schwer auszuhalten und bereitet Unbehagen. Da ist es gut, dass sich manchmal Engel uns in den Weg stellen, so wie bei Zacharias oder aber auch in der Ausstellung als Skulptur, und dass sie uns etwas verordnen, nämlich schweige und höre!
Mit dem Lied "Wie soll ich dich empfangen" begaben wir uns in eine Pause, die wir nutzten, um uns an dem von den Verantwortlichen liebevoll vorbereiteten Buffet bei Brot, Keksen, Tee und kalten Getränken zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Mit dem Kanon "Schweige und höre" begannen wir den zweiten Teil des Abends, durch den uns die Gastreferentin Frau Traudel Priller von der Communität Koinonia führte.
Mit den ersten Worten des Kanons "Schweige und höre" sensibilisierte sie uns auf die Frage "Wie kommt frau zur Stille?" mit Situationen, die vielen bekannt sind. […] Sie erwähnte das vielen vertraute Gefühl, wenn es endlich still um uns ist, denn dann geht es manchmal "Innen los". Dann fangen unsere Gedanken an, uns zu quälen und die "Stille Innen" fordert uns heraus, Problemen nachzugehen, die wir im Lärm um uns herum nicht wahrnehmen.
Mit einer Bauchübung eröffnete sie uns einen Weg, zur Stille zu finden. So spürten wir u.a. Wärme, Energie, Herzklopfen, nahmen Schmerzen wahr oder wie wir ruhiger wurden, und uns konzentrierten. Das kann uns helfen zu lernen, zum Schweigen zu kommen. Dies benötigt allerdings viel Übung, wie Frau Priller uns bestätigte.
"Neige deines Herzens Ohr", so lautet der Kanon weiter und Frau Priller sprach u.a. davon, dass wir selbst entscheiden können, was wir hören möchten. Auch dies benötigt Übung […].
Das Ende des Kanons "Suche den Frieden", stellte sie im Vergleich an das Ende eines Tages, z.B. wenn wir am Abend einschlafen möchten. So kann man etwa den Tag Revue passieren lassen und in Gottes Hand zurück geben. Mit einem Gebet gab sie uns eine Möglichkeit an die Hand, wie der Tag am Abend in Frieden zu Ende gebracht werden kann. Die "Hör"-Übungen dazu riefen in mir eine angenehme Stille hervor.
Mit einem von Frau Hohmann und Pfrin. Schulze vorgetragenem Gedicht, dem anschließenden von allen Mitwirkenden gesprochenem Fürbittengebet und dem Vater unser, kamen wir zum Ende eines wunderschönen Abends. Frau Carmen Hohmann bedankte sich bei allen Mitwirkenden, bevor sie uns mit einem Adventsegen von Jörg Zink, einem Licht und einer Gebetskarte in den bevorstehenden Advent entließ.
Ich möchte mich hiermit stellvertretend für alle anwesenden Frauen bei den Verantwortlichen und Mitwirkenden für diesen wunderschönen Abend bedanken. Für alle Impulse, Worte, Lieder und Übungen, die liebevolle Dekoration und die Bewirtung. Ich bin sicher, dass die meisten von uns Ihre eigene und persönliche Art Stille zu finden und zu erleben mit Erinnerung an diesen Abend verbinden.
Christina Hohmann

Die am Ausgang gesammelte Kollekte wurde zweigeteilt: zum einen wird damit die Arbeit des Frauenhauses in Eschwege unterstützt und zum anderen die Sammlung für die Kirchenfenster der Gastgebergemeinde Niederhone. Auch ich möchte mich herzlich bedanken vor allem beim Team für alle Arbeit im Vorfeld, am Abend selbst und im Nachhinein, bei der Dame, die die vielen Brote geschmiert hat und besonders bei Carmen Hohmann für all ihren Einsatz. Dorlies Schulze

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