Aktuelles Gesamtübersicht

Gedenkveranstaltungen 75 Jahre Novemberpogrome 1938

Di 05.11.2013 15:57
In den Tagen um den 9. November 1938 wurden in Deutschland die Synagogen angezündet, Thorarollen geschändet, jüdische Geschäfte verwüstet, Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens gedemütigt, misshandelt und ermordet. Das alles hat sich nicht nur "woanders und weit weg", sondern auch bei uns in unseren Städten und Dörfern, vor unserer Haustür abgespielt. Viele haben es selbst gesehen, davon gehört oder haben sich - verführt und verblendet von der nationalsozialistischen Propaganda - sogar selbst an den Ausschreitungen und Übergriffen beteiligt.

Einige Gemeinden nehmen dieses traurige Datum unserer jüngeren Geschichte zum Anlass, um in Gedenkfeiern an die menschenverachtenden Auswüchse des nationalsozialistischen Rassenwahns, aber auch an die einstmals bestehenden jüdischen Gemeinden und die ehemaligen Mitbürger jüdischen Glaubens zu erinnern und zugleich ein sichtbares Zeichen zu setzen gegen jede Form von Rassismus, Menschenverachtung und Intoleranz.

Eschwege
Die Stadtkirchengemeinde Eschwege wird am Sonntag, dem 10. November, um 10.00 Uhr in einem Gottesdienst in der Marktkirche an die Pogrome in Eschwege erinnern und Kerzen anzünden für die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die ermordet wurden. Im Gottesdienst werden auch Konfirmandinnen und Konfirmanden mitwirken.

Herleshausen:
Gedenkandacht in der Burgkirche Samstag, 9. November um 19 Uhr mit Kirchenchor und Gitarrengruppe und Bericht über die Zerstörung der Herleshäuser Synagoge.

Wehretal-Reichensachsen
Diese Gedenkfeier wird beginnen am Sonnabend, dem 9. November 2013, um 17.30 Uhr
am ehemaligen Judenanger (Langenhainer Straße). Von dort aus führt der Weg vorbei am Gelände der ehemaligen Synagoge in der Herrengasse hin zum evangelischen Gemeindehaus. Hier wird wir in anschaulichen Textlesungen des jüdischen Lebens in Reichensachsen sowie der Ereignisse des 9. Novembers in unserem Land und unserer Region gedacht.

Sontra
In Kooperation mit der Stadt und der Gesamtschule veranstaltet die Ev. Kirchengemeinde einen Erinnerungsgang zu ehemaligen Stätten jüdischen Lebens in Sontra. Schüler der Adam-v.-Trott-Schule erarbeiteten einen Stadtplan, auf dem etwa der Standort der ehemaligen Mikwe, der Synagoge oder der jüdischen Schule verzeichnet wurde. Bei einem Rundgang zu diesen Stätten soll mit historischen Berichten die Erinnerung an das Leben jüdischer Mitbürger in Sontra gedacht werden.
Die zerstörte Eschweger Synagoge

» zurück