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Kindertagespflege ist familiennah

Fr 16.08.2013 17:03
Michael Roth und Gesine Schwan besuchen Evangelische Familienbildungsstätte
Birgit Junghans ist gelernte Erzieherin. Doch sie arbeitet als Tagesmutter, denn so könne sie besser individuell auf jedes Kind eingehen. Drei Tagesmütter und auch ein Tagesvater waren mit ihren Kindern gekommen, um dem Bundestagsabgeordneten Michael Roth über ihre Erfahrungen mit der Kindertagespflege zu berichten. Dieser hatte als besonderen Gast Gesine Schwan aus Berlin mitgebracht. "Familienpolitik ist zwar nicht mein Schwerpunktthema", sagte Gesine Schwan, "aber ich musste früher ja auch Familie und Beruf unter einen Hut bringen". Heute leitet die Politikwissenschaftlerin, die zweimal für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, die "Humboldt-Viadrina School of Governance" in Berlin.
Diana Osterburg informierte die beiden Gäste über die Organisation der Kindertagespflege im Werra-Meißner-Kreis. Hier ist es erstmalig gelungen, alle Kommunen zu einer Kostenbeteiligung zu bewegen. Dies sichert den Tagesmüttern und Tagesvätern ein festes Einkommen, das sie vom Landkreis erhalten. Für die Eltern ist die Tagespflege nicht teurer als ein Platz in der Kindertagesstätte. "Wir möchten nämlich, dass die Eltern zwischen Kindertagesstätte und Kindertagespflege wählen können", sagte Ilona Friedrich, die den Fachbereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales beim Landkreis leitet.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Kindertagespflege eine wichtige Ergänzung zu den Kindertagesstätten darstellt, weil sie Kinderbetreuung nach den individuellen Zeitwünschen der Eltern anbietet, auch jenseits der Öffnungszeiten der Einrichtungen. Zum anderen sei gerade für schwierige Kinder eine familiennahe Betreuungsform sehr hilfreich, ergänzte der "Tagesvater" Frank Nölke, denn sie ermögliche eine starke Zuwendung und Aufmerksamkeit für das einzelne Kind.
Viele Tagesmütter betreuen Tageskinder zusätzlich zu eigenen Kindern. Gut verdienen kann man damit nicht. Wünschenswert wäre ein verlässliches Einkommen, damit sich auch in Zukunft noch genügend Tagesmütter und Tagesväter finden.
Michael Roth und Gesine Schwan (rechts) mit Tagesmüttern und einem Tagesvater

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