Aktuelles Gesamtübersicht

Ehrenamt sicher in die Zukunft

Di 16.04.2013 09:54
Modellprojekt der Freiwiligenagentur Omnibus mit den Kommunen Eschwege, Großalmerode und Wanfried geht an den Start
"Das kann keine Kommune leisten, was die Vereine zum Leben in der Stadt beitragen", sagte Bürgermeister Wilhelm Gebhard aus Wanfried. Das Miteinander im ländlichen Raum wird stark geprägt durch das Engagement in den Vereinen. Hier trifft man sich, hier werden gemeinsame Interessen gepflegt. Feste und andere Veranstaltungen werden geplant und durchgeführt. Diese und andere Aktivitäten prägen das Leben in den Orten. Sie bieten auch eine gute Möglichkeit, sich als Neubürger in das Ortsgeschehen zu integrieren.
"In vielen Vereinen wird es jedoch immer schwerer, ehrenamtliche Vorstandsposten neu zu besetzen und Führungskräfte zu gewinnen", sagte Rainer Brill, der Erste Stadtrat und Stadtkämmerer der Stadt Eschwege. Eine Ursache hierfür sind unter anderem die Auswirkungen des demografischen Wandels, mit der in manchen Vereinen eine Überalterung der Mitgliederstruktur einhergeht. Da fehlt es an jungen Nachwuchsspielern bei manchen Sportvereinen, für verschiedene Aktivitäten stehen nicht mehr genug Mitglieder zur Verfügung, Vereinsvorstände haben Schwierigkeiten bei der Neubesetzung.
Das hessische Modellprojekt "Ehrenamt sicher in die Zukunft" der Landesstiftung "Miteinander in Hessen" (www.miteinander-in-hessen.de) hat in Kooperation mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen (www-gemeinsam-aktiv.de) zum Ziel, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektstandorten Ideen und Maßnahmen zu entwickeln und durchzuführen, wie Menschen für die Mitarbeit im Vereinsvorstand und als Führungskräfte im ländlichen Raum gewonnen und gehalten werden können. Für dieses Projekt haben sich die drei Kommunen Eschwege, Großalmerode und Wanfried im vergangenen Jahr interkommunal beworben und wurden neben fünf weiteren hessischen Standorten als ein Projektstandort ausgewählt. Über eine Laufzeit von zwei Jahren (2013/2014) soll nun in Kooperation mit der Freiwilligenagentur intensiv bedacht werden, wie das freiwillige Engagement in Vereinen gestärkt werden kann.
In einem ersten Schritt wird ein Fragebogen an 350 Vereine verschickt, um mit Hilfe einer Befragung eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Diese Befragung dient einer grundsätzlichen Einschätzung der Situation der Vereine, ob und wo eventuell an der einen oder anderen Stelle der Schuh drückt und ob es Interesse gibt an einer weiteren Zusammenarbeit im Modellprojekt. Die Befragung wird in den kommenden Tagen den in den jeweiligen Vereinsregistern aufgeführten Vereinen zugeschickt. Wer in einer der am Modellprojekt beteiligten Kommunen lebt und sich mit seinem Verein oder einer anderen gemeinnützigen Einrichtung an der Fragebogenaktion beteiligen möchten, kann den Fragebogen online ausfüllen und der Freiwilligenagentur per Mail zusenden. "Wir hoffen auf gute Beteiligung und einen guten Rücklauf", sagte Kathrin Beyer von der Freiwilligenagentur.
Dekan Dr. Martin Arnold sieht in dem Projekt auch eine kirchliche Aufgabe: "Wir möchten dazu beitragen, dass sich Menschen freiwillig für andere engagieren, davon lebt jedes Gemeinwesen. Ohne die Vereine wären unsere Städte und Gemeinden arm dran."
Von links nach rechts: Dr. Martin Arnold, Margot Flügel-Anhalt, Gudrun Lang, Kathrin Beyer, Wilhelm Gebhard und Rainer Brill

» zurück