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Erinnerung an die Wurzeln: Gründonnerstag in der Auferstehungskirche

Sa 30.03.2013
Der SedertellerAm Gründonnerstag wurde in der Gemeinde der Eschweger Auferstehungskirche wieder -wie seit vielen Jahren üblich- Abendmahl in der Tischgemeinschaft gefeiert.
In diesem Jahr erinnerten Prädikantin Annemarie Mihr und Pfarrer i. R. Heinrich Mihr im Gottesdienst an die Wurzeln des Abendmahls in der jüdischen Passahtradition. Auch Kirchenvorstandsmitglied Petra Rieger war an der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes beteiligt.
Zu Beginn wurde Bezug genommen auf die Worte des Apostels Paulus, der im Römerbrief an diese Wurzeln erinnert: "Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich." Gläubige Juden erinnern sich beim Sedermahl zum Auftakt des Passahfestes an die die Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten und auch an die Bewahrung Gottes in Zeiten von Not und Verfolgung. Sie danken für Gottes Treue über alle Zeiten hinweg.
In der Mitte der Tische lagen auf einem Pessachteller die symbolischen Speisen, die bei einem jüdischen Sedermahl dort liegen. Für das harte, bittere Leben in Ägypten stehen die Bitterkräuter. Ein hartgekochtes Ei ist ein Symbol der Trauer über den zerstörten Tempel, aber auch für die Prüfungen, durch die Israel gegangen ist. Lammknochen weisen auf die geschlachteten Pessachlämmer hin. Braunrotes Fruchtmus symbolisiert den Lehm, mit dem die Israeliten als Sklaven arbeiten mussten. Die Schale mit Salzwasser erinnert an die Tränen, die in Ägypten vergossen wurden. Frische Kräuter wie Petersilie stehen für Hoffnung und die Früchte der Erde, die die Juden unter der ägyptischen Knechtschaft entbehren mussten. Dazu wird ungesäuertes Brot, Matzen, gereicht. Es erinnert an die Eile des Aufbruchs aus Ägypten, als keine Zeit bleib, den Teig durchsäuern zu lassen. Matzen sind eine Erinnerung daran, sich stets bereit zu halten, wenn Gott es fordert.
Die Evangelisten schildern, wie Jesus dieses jüdische Mahl neu deutet im Hinblick auf seinen Tod und überliefern die Worte Jesu, die seither als Einsetzungsworte bei jeder Abendmahlsfeier gesprochen werden.
Nach der Abendmahlsfeier in der Tischgemeinschaft blieb man im zweiten Teil des Gottesdienstes noch bei einem Sättigungsmahl mit "Grüner Soße" zusammen. Auch dies ist seit Jahren Tradition in der Gemeinde der Auferstehungskirche. Danach wurde der Gottesdienst mit Gebet und Segen abgeschlossen.
Musikalisch begleitet wurde die Gemeinde von Organistin Insa Geppert am Klavier.
Der Gemeinderaum war von Küster Viktor Kokscharow in gewohnter Weise sehr schön vorbereitet und mit vielen Kerzen erleuchtet worden.

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