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Erfolgsmodell mit Verbesserungspotential

Sa 23.02.2013 16:21
Kreissynoden Eschwege und Witzenhausen beraten über Konfirmandenarbeit

Vor 475 Jahren wurde die Konfirmation in Hessen erfunden. Seither hat sie sich in den protestantischen Kirchen in aller Welt verbreitet. Doch wie muss Konfirmandenarbeit heute gestaltet werden, damit sie Kindern und Jugendlichen dabei hilft, ihre Lebenswirklichkeit im Horizont christlichen Glaubens wahrzunehmen, zu deuten und zu gestalten? Darüber berieten die Kreissynoden Eschwege und Witzenhausen auf einer gemeinsamen Tagung in Bad Sooden-Allendorf. Claudia Rudolff und Hartmut Feußner vom Pädagogisch-theologischen Institut der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck stellten eine neue Konzeption der Konfirmandenarbeit vor, die den Gemeinden viele Anregungen für die Gestaltung der Konfirmandenzeit gibt. Unter anderem wird angeregt, die Konfirmandinnen und Konfirmanden aktiv an der Gestaltung von Gottesdiensten zu beteiligen: "So werden die Gottesdienste viel positiver erlebt", wusste Claudia Rudolff zu berichten.

Die gemeinsame Synode war ein weiterer Schritt hin zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchenkreisen im Werra-Meißner-Kreis. Gemeinsame Treffen der Kirchenkreisvorstände und der Pfarrkonferenzen sollen noch in diesem Jahr folgen. "Unsere gewachsene Zusammenarbeit ist eine große Bereicherung", sagte Dekan Dr. Martin Arnold (Eschwege). Dennoch lehnt er mit Dekanin Ulrike Laakmann und den beiden Kreissynoden eine Fusion ab. "Zusammen sind wir mit 132 Kirchengemeinden, 181 Synodalen und 75 Pfarrerinnen und Pfarrern einfach zu groß." So musste die gemeinsame Synode auch im Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf stattfinden, weil kein ausreichend großer kirchlicher Raum vorhanden ist.

Grußworte an die Synode richteten Landrat Stefan Reuß, Bürgermeister Frank Hix und Dechant Mario Kawollek. Bürgermeister Hix begrüßte das Zusammenrücken der Kirchenkreise und dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune in Bad Sooden-Allendorf. Landrat Stefan Reuß bedauerte, dass die Gesundheitsholding Werra-Meißner und die Werraland-Werkstätten als regionale Anbieter im Wettbewerb um den Erwerb von Lichtenau e.V., dem größten Arbeitgeber in der Region, nicht berücksichtigt worden seien. Hinsichtlich der Kindertagesstätten lobte er die Rahmenvereinbarung des Landkreises mit allen freien Trägern, da sie die Qualität der Einrichtungen sichere. Der vorgelegte Entwurf eines neuen Kinderfördergesetzes gefährde diese Qualität. Um die Landflucht zu stoppen, benötige man für ländliche Regionen andere Standards als für die Städte. Landrat Reuß befürwortete auch Überlegungen, Bürgerhäuser und Gemeindehäuser künftig gemeinsam zu nutzen: "Gemeinsam werden wir die Zukunft meistern!"
Für die katholische Kirche in der Region bezeichnete Dechant Mario Kawollek die Kirche insgesamt als ein "Netzwerk von Freunden". Obwohl man nicht in allen dogmatischen Fragen übereinstimme, seien Christen als "Freunde Gottes und Freunde Christi" gemeinsam auf der Suche.

Die Kreissynode Eschwege berief Klaus Fischbach (Niederhone) in die Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes von Kurhessen-Waldeck. Ein Antrag des Kirchspiels Schemmern, künftig auf die öffentliche Ausschreibung von Kirchenland zu verzichten, wurde mehrheitlich abgelehnt.
In einem gemeinsamen Gottesdienst zu Beginn der Synode kam eine stattliche Kollekte für das Diakonische Werk zusammen. "Damit werden wir Sprachkurse für Flüchtlinge fördern", versprach Markus Keller, der gemeinsame Diakoniepfarrer für beide Kirchenkreise.
Dechant Mario Kawollek bei seinem Grußwort

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