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12. Geistliche Abendmusik in der Burgkirche zu Herleshausen

So 14.10.2012 12:36
"Bei einer andächtigen Musik ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart." Diese Randbemerkung des großen Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach zu einem alttestamentarischen Vers konnten sowohl Zuhörer als auch Mitwirkende der "12. Geistlichen Abendmusik" am Sonntag, den 07. Oktober in der gut gefüllten Burgkirche wahrlich spüren. "Musikalisches Gotteslob, vielstimmig dargebracht, ist Lob mit einer Stimme."
Eröffnet wurde das Konzert vom Flötenkreis mit ihrem Leiter Kantor Klaus-Jürgen Licht an der Tenorblockflöte. Nach der Begrüßung durch Pfr. von Frommannshausen erinnerte der Kirchenchor, ebenfalls unter der Leitung von Herrn Licht, mit dem Lied "Der Tag, an dem wir feiern, segne Gott" an sein 90. Chor-Jubiläum im Mai diesen Jahres.
"Lobt in seinem Heiligtume den, der große Wunder tut", das Motto der diesjährigen Abendmusik, eine Melodie aus dem 17. Jahrhundert folgte mit drei Strophen und jeweils drei unterschiedlichen Antiphonen.
"Gott gebe uns erleuchtete Augen des Herzens", Kirchenchor und Flötenkreis interpretierten gemeinsam diesen von Kantor Licht selbst vertonten Psalmtext als Uraufführung.
Bei "Friede den Fernen, Friede den Nahen", ein Text aus dem Buch des Propheten Jesaja, kam der Kinderchor gemeinsam mit Flöten- und Kirchenchor und Solisten zum Einsatz. Durch die unterschiedlichen Stimmen und Klänge ging die bewegende Weise sehr zu Herzen.
Die Lesung des Luther-Gedichtes "Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen" unterbrach die musikalischen Darbietungen in rühmender und lobender Weise.
Danach ging es weiter mit Kinderchor, Flötenchor und Instrumentalisten, als da wären Elke von Frommannshausen an der Oboe, Frau Dr. Almuth Meyer am Violincello und Herr Johann Friedrich Krüger am Klavier. Bereits aus den vorigen Konzerten bekannt, erfuhren die Sänger und Sängerinnen auch diesmal wieder ihre Unterstützung. An dieser Stelle sei allen gedankt, die sich dem Kirchenchor verbunden fühlen und mit ihrem Können zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben, sowohl den Instrumentalisten als auch den Sängern aus anderen Chören, Klaus Eisenträger, Chorleiter des Kirchenchores Markershausen, Beate Bussas, Chorleiterin des Jungen Chores Herleshausen, Laura Ackermann und Sonja Brack aus dem Jungen Chor, sowie das Ehepaar Brinkel aus dem Bach-Chor Eisenach. Sie alle trugen dazu bei, dass dieses Konzert stattfinden konnte und zu einem "himmlischen Klangerlebnis" wurde.
Mit der nun folgenden Instrumentalmusik "Quartett F-Dur" von Scarlatti, Herr Licht und Pfr. von Frommannshausen an den Flöten, Elke von Frommannshausen an der Oboe, Frau Dr. Meyer am Violincello und Herr Krüger am E-Piano, wurde den Zuhörern ein ganz besonderer Ohrenschmaus serviert.
Weiter ging es mit einem Vokalquartett "Ab und zu braucht meine Seele Ruh" und "Lobe den Herrn, meine Seele", letzteres eine Komposition von Herrn Licht als Uraufführung, dargeboten von unserer Sopranistin Petra Gölz, Beate Bussas im Alt, Klaus Eisenträger im Tenor und Pfr. von Frommannshausen im Bass.
"Herr, wie hast du jene begnadet, die solche Musik schrieben! Ich freue mich an den wunderbaren Wegen dieser Töne. Begegne durch sie den vielen, die dich nicht kennen! ..." Ein Gebet, aus Dankbarkeit für das Erlebnis eines Konzertes, überhaupt der Musik, gesprochen, leitete über zum letzten Part der Geistlichen Abendmusik. Der Kirchenchor sowie Solisten aus jeder Stimme trugen ein sehr bewegendes Lied aus dem Arabischen vor "Großes Unrecht ist geschehen". Im Text wird erzählt vom Todeskelch, den Jesus getrunken hat, um sein Volk, um uns zu retten. Gleich anschließend ein befreiendes, jubelndes Lied aus Tansania "Er ist erstanden, halleluja, jauchzt ihm und singet, halleluja!" Weiter geht es mit einem rhythmisch sehr anspruchsvollen Stück "Wenn die Armen, was sie haben, noch verteilen…wissen wir, Gott ist bei uns auf diesem Weg". Um den göttlichen Segen bittet der Chor sehr schwungvoll auf hebräisch: "Ve have alenu, alenu!", bevor mit dem Abendlied von Rudolf Otto Wiemer "Christ, lass dich erbitten, da es Abend wird, bleib in unsrer Mitten als ein guter Hirt" die 12. Geistliche Abendmusik zu ihrem Schluss kommt. Stehender Applaus belohnt die Künstler und lässt sie die vielen, mitunter anstrengenden Übungsstunden vergessen. Herr Kantor Licht und die Vorsitzende des Kirchenchores, Frau Regina Meister danken sowohl allen Mitwirkenden als auch den Gottesdienstbesuchern, ja, wie J. S. Bach schon bemerkte:"Gottesdienst ist letztlich das Darbringen von Lob und Dank, auch Musik hat nichts anderes zum Inhalt. Wenn nicht Gott am Ende sich selbst den Gottesdienst zurichtet, die Herzen öffnet und seinen Segen gibt, bleibt jedes Gotteslob unzureichend. Bei einer andächtigen Musik ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart."

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