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Bischof Hein übergibt "Stalingrad-Madonna" in Hoheneiche

So 06.05.2012 14:58
Bischof Martin Hein hat in einem Festgottesdienst in Hoheneiche im Kirchenkreis Eschwege der Gemeinde eine Replik der berühmten "Stalingrad-Madonna" des Malers, Arztes und Pfarrers Kurt Reuber überreicht.
Kurt Reuber (* 26. Mai 1906 in Kassel, † 20. Januar 1944) war seit dem 1. April 1933 Pfarrer in Wichmannshausen und Hoheneiche. Er wurde 1939 als Truppenarzt eingezogen und ab November 1942 als Arzt in Stalingrad eingesetzt, wo er in Gefangenschaft geriet und 1944 im Kriegsgefangenlager starb.
Die sogenannte "Stalingradmadonna" hat Reuber mit Holzkohle auf die Rückseite einer russischen Landkarte gemalt, mit der Umschrift "1942 Weihnachten im Kessel - Festung Stalingrad - Licht, Leben, Liebe". Sie ist heute in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin im Original zu sehen.
In seiner Predigt erinnerte Bischof Hein an den Lebensweg Kurt Reubers. Die "Stalingrad-Madonna" sei ein Andachtsbild, das zur Versöhnung aufrufe: "Krieg ist kein Mittel der Politik! Das müssen wir uns auch heute sagen lassen - und müssen es denen sagen, die immer noch und immer wieder mit seiner Möglichkeit spielen. Krieg ist nur eines: zerstörerisch, und er hinterlässt nur eines: Opfer."

Die Lektoren Bernhardt Roth und Dieter Krämer ließen Kurt Reuber noch einmal selbst zu Wort kommen, indem sie aus Briefen lasen, die er als Soldat geschrieben hatte. Pfarrer Reinhard Weidner dankte Bischof Hein im Namen der Gemeinde für das Geschenk, das seinen Platz im Chorraum der Hoheneicher Kirche gefunden hat.

Im Gottesdienst anwesend waren auch zwei Kinder Kurt Reubers, Ute Tolkmit geb. Reuber und Erdwin Reuber. In einem Grußwort wünschte Erdwin Reuber der Gemeinde Hoheneiche, dass das Bild sie in der Geborgenheit in Licht, Leben und Liebe stärke.
Von links nach rechts: Bischof Dr. Martin Hein, Erdwin Reuber, Ute Tolkmit geb. Reuber, Bürgermeister und Kreissynodaler Jochen Kistner und Pfarrer Reinhard Weidner vor der Replik der Stalingrad-MadonnaDie Stalingrad-Madonna von Kurt Reuber

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