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Zuversicht trotz Konsolidierung - Kreissynode tagte in Weidenhausen

So 26.02.2012 18:00
Synode des Ev. Kirchenkreises Eschwege stellt Weichen für die Zukunft

"Zuversichtlich kleiner werden" - diese Anregung gab Pröpstin Katrin Wienold-Hocke den Synodalen gleich zu beginn in ihrem Grußwort mit auf den Weg. Fast vollzählig hatten sich die Kirchenparlamentarier am vergangenen Samstag, 25.02.2012, zur Tagung im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen versammelt.
Schmerzlich blieb jedoch eine Lücke im Kirchenkreisvorstand: Dekan Dr. Martin Arnold konnte aufgrund einer schweren Erkrankung leider nicht an dieser Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege teilnehmen, seinen Bericht trug daher Stellvertreter Pfarrer Ralph Beyer den Synodalen vor. In den Blick nahm der Dekan hierin insbesondere die weiterhin schrumpfenden Mitgliederzahlen, die im wesentlichen mit dem demografischen Wandel einher gehen: In 18 kleinen Kirchengemeinden sei etwa im Jahr 2010 kein einziges Kind mehr getauft worden.
Im Mittelpunkt der synodalen Beratungen stand dann der Haushaltplan für die Jahre 2012 und 2013, der von Kirchenkreisamtsleiter Andreas Koch erläutert wurde. Hier galt es mit gezielten Konsolidierungsmaßnahmen einem strukturellen Defizit von rund 100.000 EUR zu begegnen. Die Synode folgte dem Vorschlag des Kirchenkreisvorstandes, eine lineare Haushaltskürzung nach dem "Rasenmäherprinzip" zu vermeiden und stattdessen punktuelle Einschnitte zu wagen. Diese treffen insbesondere den hauptamtlichen Küsterdienst, der künftig nur noch bei Gemeinden über 4.000 Gemeindegliedern (volle Küsterstelle) bzw. über 2.000 Gemeindegliedern (halbe Küsterstelle) vom Kirchenkreis gefördert werden soll. Konsequenzen wird dieser Sparbeschluss für die¬ Gemeinden Auferstehungskirche und Kreuzkirche in Eschwege sowie die Kirchengemeinde Wanfried haben, die nach einer Übergangsregelung spätestens ab 2013 keine Personalzuweisungen mehr für ihre derzeit noch hauptamtlichen Küsterstellen erhalten werden. Weitere Kürzungen im Personalbereich sehen eine Verringerung der Stundenzahl im Sekretariatsdienst des Dekanats sowie je eine um 5.000 EUR reduzierte Förderung der Jugendarbeiterstellen im Kirchenkreis vor. Letztere sollen aber in jedem Fall erhalten bleiben und in Zukunft durch die Einführung eines freiwilligen Kirchgeldes gefördert werden. Gleiches gilt für die drei hauptamtlichen Kantorenstellen.
Mit den so veranschlagten Einsparungen von rund 38.000 EUR im Personalbudget sowie weiteren 20.000 EUR im Sachkostenbereich konnte der Doppelhaushalt trotz aller Konsolidierungsbemühungen nicht ohne Griff in die Rücklagen schließlich als ausgeglichen verabschiedet werden.
Eine wohltuende Abwechslung nach den konzentrierten Haushaltsberatungen war dann die Vorstellung eines neuen Rahmenplans für die Kirchenmusik: Kantor Andreas Batram führte in einer Fotopräsentation die Vielfalt des musikalischen Lebens im Kirchenkreis eindrücklich vor Augen, seine Kollegen Susanne Voß und Oliver Pleyer brachten mit Hilfe des E-Pianos oder eines Bläserensemble die gesamte Synode zum Mitsingen. Auch die aktuellen Erhebungen, die dem Rahmenplan zugrunde liegen, unterstreichen die zentrale Bedeutung der Kirchenmusik für das gemeindliche Leben im Kirchenkreis Eschwege: In 39 Chören singen über 1.000 Menschen von jung bis alt, rund 150 aktive Bläser musizieren in 8 Posaunenchören und 100 Organisten sowie gut 12 Orgelschüler sorgen derzeit für klingende Kirchen. Angesichts dieser ermutigenden Zahlen blickte die Synode schließlich trotz aller Sparzwänge mit einem gemeinsamen Loblied zuversichtlich nach vorn: "Nun danket alle Gott, mit Herzen und mit Händen..."

Pfarrer Johannes Meier
(Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Eschwege)
Frühjahrssynode tagte zum Doppelhaushalt.Kantor Batram präsentierte die Kirchenmusik.Ein Bläserensemble sorgte für musikalische Abwechslung.Kirchenkreisamtsleiter Koch stellte den Haushaltsentwurf vor.Der Männerchor aus Estland überraschte mit einem Kurzauftritt.
Kantor Pleyer brachte die Synode zum Mitsingen.Kontorin Voss zum kirchenmusikalischen Rahmenplan.

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