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Weihnachten 2011 im Kinderheim ನಾವ ಜೀವನ in Indien

Do 05.01.2012
Siruguppa. Für Alexander Marth aus Vierbach wurde ein lang gehegter Traum wahr: Einmal mitzuerleben, wie im Waisenhaus in Siruguppa Weihnachten gefeiert wird. Schon mehrfach war er in dieser mit 42.000 Einwohnern für indische Maßstäbe kleinen Stadt am Tungabhadra-Fluß gewesen, mal im Rahmen einer Delegation des Ev. Kirchenkreises Eschwege während eines Besuchs im Partnerbezirk Bellary, mehrfach aber auch schon privat. Im Dezember 2011 war es dann so weit, und der Flugbegleiter der Lufthansa war ausnahmsweise einmal als Passagier in einer Maschine unterwegs nach Indien. Während des Fluges nach Bengaluru (ehemals Bangalore) erfuhren seine Kollegen an Bord natürlich vom Ziel seiner Reise, und heimlich wurde unter der Crew sogar gesammelt für ein kleines Weihnachtsgeschenk für die Mädchen in Siruguppa. Als die unerwartete Umlage von der Teamchefin vor dem Verlassen der Kabine überreicht wurde, setzte ein Passagier auf die Überraschung noch eins drauf und tat spontan noch einen Schein dazu.
Wofür das Geld verwendet wurde? Für die neuen Schuluniformen. In Indien ist es Sitte, an Weihnachten neue Kleider zu bekommen. Wer an Weihnachten in die Kirche geht, geht mit neuen Kleidern. Weil nicht alle sich neue Kleider leisten können, ist es seit langer Zeit schon ein guter Brauch unter den Christen, dass die Ärmsten von den Wohlhabenderen mit versorgt werden. Die knapp 30 kleine Waisenmädchen neu einzukleiden, ist keine Kleinigkeit, aber diesmal war es kein Problem.
Und wie muss man sich nun die Feier mit den Kindern und mehr als 200 Gästen vorstellen? Alexander Marth schreibt in einer Mail: "In einem Topf so groß wie ein Whirlpool haben wir Chicken Byriani - Reis-mit-Hähnchen-Eintopf gekocht. Da wir für die Musik und die Lichterdeko so viel Strom brauchten, wurde kurzerhand das oberirdische Stromkabel angeknipst und etwas Strom abgezweigt. Konnte gar nicht hinsehen, da ich dachte, jeden Moment haut‘s den Kollegen mit einem Stromschlag von der Leiter." Aus Deutschland mitgebracht hatte er den Kindern einen Schokoladen-Adventskalender und ein Lebkuchenhaus zum Selberbauen, und am Weihnachtstag (in Indien gibt es nur einen Weihnachtsfeiertag, den 25.12!) bekam jedes Kind ein Eis und eine exotische Frucht aus dem hohen Norden: Einen Apfel!
Es ist immer wieder ein Freude, über die Jahre mitverfolgen zu können, wie die Kinder sich entwickeln und entfalten. Die Weihnachtsfeier gab ihnen reichlich Gelegenheit, sich zu verkleiden und Theater zu spielen, zu singen und - in Indien ganz wichtig - viel zu tanzen. Selbstverständlich war bei der Weihnachtsfeier nicht nur der Ev. Pfarrer und eine Kath. Nonne mit dabei, sondern auch je ein Vertreter der Hindus und der Moslems. Das gute Miteinander aller Glaubensgemeinschaften am Ort ist für alle wichtig.

Das private Kinderheim, von dem hier berichtet wird, wird geleitet von Frau Harriet Kundargi. Auf Einladung des Kirchenkreises Eschwege war sie zuletzt in 2006 in zahlreichen Gemeinden und Einrichtungen des Kreises Eschwege unterwegs, um über ihre damalige Arbeit unter Devadasis (Tempelprostituierten) und die Aufklärung über HIV/Aids zu berichten.

Überweisungen zugunsten der Kinder im Heim Naava Jiivana in Siruguppa werden dorthin weitergeleitet vom Kirchenkreisamt Eschwege
Kontonummer: 1 200 100
BLZ: 520 604 10
Bank: Ev. Kreditgenossenschaft Kassel
Stichwort: Kinderheim in Siruguppa
Alexander Marth in neuer Kurta inmitten von Engeln und Weisen aus dem Morgenland ganz große Ökumene im Kinderheim mit Vertretern dreier Religionen Joy to the World - Der Mädchenchor von Naava Jiivanadiesmal mit PullovernHarriet Kundargi, die Leiterin von Naava Jeevana, mit Familie und Gast in neuen Kleidern zu Weihnachten
Steffi Kundargi, Alexander Marth und einige der Kinder

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