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Pfarrkollegium des Kirchkreises reiste nach Polen

Mi 12.10.2011 12:53
Marode Bahnstrecken mit Fernzügen im Bummelbetrieb, herausgeputzte Innenstädte voller großzügiger Einkaufspassagen und einladender Marktplätze, freundliche und selbstbewusste Menschen, prächtige und kulturhistorisch herausragende Sakralbauten - mit diesen und vielen anderen Eindrücken kehrten 23 Pfarrerinnen und Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege von einer 10tägigen Studienfahrt durch Polen zurück. Angeleitet von Studien- und Reiseleiter Michael Dorhs vom Predigerseminar in Hofgeismar wandelte das Eschweger Pfarrkollegium insbesondere auf den Spuren protestantischer Christen in Schlesien.
So führte die erste und auch längste Etappe der Studienreise nach Breslau: Fünf Tage blieb hier Zeit, um bei Besuchen des "Stadtviertels der gegenseitigen Achtung" sowie bei Gesprächen mit Geistlichen verschiedener christlicher Konfessionen - u.a. mit dem ev. Bischof Bogusz oder einem orthodoxen Priester - die religiöse Vielfalt der lebendigen Metropole an der Oder kennen zu lernen. Ausflüge nach Oppeln sowie zum als Weltkulturerbe geltenden, imposanten Fachwerkbau der Friedenskirche in Schweidnitz vervollständigten die Eindrücke, die die nordhessischen Pfarrer in Niederschlesien sammeln konnten. Besonders beeindruckend war auch der Besuch des historisch bedeutsamen Ortes Kreisau: Auf dem zum Tagungs- und Begegnungszentrum restaurierten Hofgut der Familie von Moltke wurde die Geschichte des deutschen Widerstandes gegen das Naziregime wieder lebendig: Hier traf sich um Helmuth James Graf von Moltke einst der sog. "Kreisauer Kreis", dem etwa auch Adam von Trott zu Solz angehörte.
Eine Fahrt zum Wallfahrtsort Tschestochau, in dessen Kloster die berühmte "Schwarze Madonna" jährlich mehrere Millionen Pilger aus der ganzen Welt anzieht, vermittelte einen für protestantische Gemüter befremdlichen Einblick in die Tradition katholischer Heiligenverehrung und Volksfrömmigeit.
Weitere Stationen der kirchlichen Studienreise waren dann die Städte Bielsko-Biala (Oberschlesien) sowie schließlich Krakau. Während die Schönheit dieser alten Universitätsstadt mit der Wawel-Residenz oder den einladenden Cafés auf dem Hauptmarkt mit seiner imposanten Tuchhalle einen genussvollen Höhepunkt der Polen-Reise darstellte, wird zugleich der bedrückende Besuch der nahegelegenen KZ-Gedenkstätte Auschwitz einer der stärksten Eindrücke bleiben, den die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises am Ende mit nach Hause nahmen.

Johannes Meier
In Kreisau vor dem Hofgut derer von Moltke: 23 Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises bereisten Polen

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