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Kreissynode diskutiert über Jugendarbeit und neue Trauagende

Sa 10.09.2011 16:57
Ein ausführlicher Bericht über die kirchliche Jugendarbeit stand im Mittelpunkt der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege, die sich in der Weinberghalle in Frieda versammelt hatte. "Stellen Sie sich einen Jugendlichen vor Augen, den Sie kennen. Was macht er heute Morgen? Was macht er am Sonntagmorgen? Wann hat er das letzte Mal an einer kirchlichen Veranstaltung teilgenommen?" Die hauptamtlich in der Jugendarbeit tätigen Daniela Krug (Nordringgau), Marc Dobat (Eschwege) und Jochen Reschke (Waldkappel) versuchten, den Synodalen die Lebenssituation von Jugendlichen nahe zu bringen. Sie berichteten von Freizeiten, Jugendgottesdiensten und Gruppenangeboten für Jugendliche, aber auch von der Sorge, ob ihre hauptamtlichen Stellen erhalten bleiben. Dekan Dr. Martin Arnold musste einräumen, dass der Kirchenkreis einem großen Haushaltsdefizit entgegensieht. "Deshalb können wir im Augenblick keine Garantieerklärungen abgeben", so der Dekan, "wir arbeiten an einem Konsolidierungsplan." Präses Ludger Arnold dankte den Jugendarbeitern für ihr Engagement und rief die Gemeinden dazu auf, die Jugendarbeit zu unterstützen.

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt war die Vorstellung des Entwurfs einer neuen Trauagende. Es handelt sich dabei um ein Gottesdienstbuch für die Pfarrerinnen und Pfarrer mit Gestaltungsvorschlägen für eine kirchliche Trauung. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Pfarrer Martin von Frommannshausen (Herleshausen) stellte den Agendenentwurf vor, der erstmals auch neue Situationen berücksichtigt wie die Wiederheirat Geschiedener, die Heirat in der zweiten Lebenshälfte, interkulturelle Trauungen oder Trauungen in Verbindung mit einer Taufe. Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten wurden den Synodalen nahe gebracht, indem Elemente eines Traugottesdienstes spielerisch vor Augen gestellt wurden. Der Agendenentwurf wurde von den Synodalen uneingeschränkt begrüßt.

Grußworte an die Synodalinnen und Synodalen richteten die neue Pröpstin Katrin Wienold-Hocke (Kassel), der Erste Beigeordnete der Gemeinde Meinhard Gerd Herzog und der stellvertretende Superintendent des Partnerkirchenkreises Mühlhausen Pfarrer Dietmar Opitz. Schriftliche Grüße übermittelten Propst Vallo Ehasalu aus Estland, Landrat Stefan Reuß und der katholische Dechant Mario Kawollek.

Die Kreissynode Eschwege hat 96 Mitglieder, die von den 82 Kirchengemeinden entsandt oder in die Synode berufen wurden. Die Synode kommt in der Regel zwei Mal im Jahr an wechselnden Orten zusammen. Sie ist eine Art "Kirchenparlament" und höchstes Entscheidungsorgan des Kirchenkreises. Vorsitzender der Synode ist Ludger Arnold aus Weißenborn.
Neue Möglichkeiten zur Gestaltung eines Traugottesdienstes (Foto: Harald Nolte)Von links nach rechts: Die hauptamtlichen Jugendarbeiter Jochen Reschke, Daniela Krug und Marc Dobat (Foto: Harald Nolte)Blick in das Plenum der Synode (Foto: Harald Nolte)Von links nach rechts: Die Synodalen Dr. Peter Horst, Irma Bender und Achim Bertram (Foto: Harald Nolte)

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