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"Das Leben soll allen Menschen offenstehen"

Fr 04.03.2011 10:32
Offener Brief von Bischof Dr. Hein und Bischof Algermissen zur Präimplantationsdiagnostik.
(Kassel / Fulda) In einem gemeinsamen Brief zur Präimplantationsdiagnostik (PID) haben der katholische Bischof Heinz Josef Algermissen (Fulda) und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein (Kassel) sich gegen eine Freigabe der PID ausgesprochen. "Wir treten dafür ein, dass das Leben, wie es mit seinen schönen und schweren Seiten aus Gottes Hand kommt, allen Menschen offen stehen soll", so die beiden Bischöfe. Das Schreiben geht u.a. an die hessischen Bundestagsabgeordneten, da in den kommenden Monaten der Deutsche Bundestag die Freigabe der PID-Zulassung neu regeln wird.

Die Auswahl gesunder Embryonen schließe immer eine Verwerfung anderer mit ein, wenngleich alle Menschen, die sich im Wissen um eine eigene Erbkrankheit gesunde Kinder wünschten, die Solidarität verdienen würden.
Die Bischöfe benennen drei Argumente, die gegen die Zulassung der PID sprächen. Zuerst würde jeder für sich - zu Recht - die Würde des eigenen Lebens in Anspruch nehmen. Das eigene Leben zu haben - mit allen Stärken und Schwächen, Begabungen und Beschränkungen - bedeute auch: "Was aber für uns unumstößlich gewiss gilt, können wir auch anderen nicht absprechen. Denn das hieße ja. ihnen das Menschsein absprechen."
Zweitens würde sich ein Embryo nicht mehr zum Menschen, sondern als Mensch entwickeln. "Wer immer Entscheidungen über das Leben eines Embryos trifft, muss wissen: Biologisch unzweideutig geht es hier um einen - anfanghaften, zerbrechlichen - Menschen." Die Bischöfe widersprechen damit der Auffassung, es wäre möglich, "dem Menschen je nach Entwicklungsstand und Kompetenzen unterschiedliche Schutzrechte und Achtungsgrade zuzuschreiben".
Drittens würde, selbst wenn durch die PID ein von Erbkrankheiten verursachtes Leid umgangen werden könnte, neues Leid erzeugt werden, "wenn nämlich Betroffene mit der Vermutung leben sollen, eigentlich nicht lebenswert zu sein". Mittelfristig würde sich das Bild vom Menschen in unserer Gesellschaft nachteilig verändern.

Beide Bischöfe bitten darum, sich in dieser wichtigen Frage gewissenhaft ein eigenes Urteil zu bilden. "Wir glauben fest daran, dass das entschiedene Eintreten von Christen für die unbedingte Anerkennung menschlichen Lebens und menschlicher Würde von Anfang an zu Gesetzen führt, die allen Menschen dienen", so Bischof Algermissen und Bischof Hein zum Schluss ihres Briefes.

Den Brief im Wortlaut finden Sie unter "download"
Bischof Prof. Dr. Martin Hein

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