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Schwere Überschwemmungen in den südindischen Bundesstaaten Karnataka und Andhra Pradesh.

Mi 07.10.2009
Der ungewöhnlich heftige Herbstmonsun mit 4 Tagen Dauerregen führte am ersten Wochenende im Oktober vielerorts zu Überschwemmungen. Allein in Karnataka verloren 209 Menschen ihr Leben. In ganz Indien waren es mehr als 350. Tausende Häuser wurden zerstört, die gerade eingebrachte Ernte aus den Vorratslagern fortgespült. Menschliche Leichen und Tierkadaver von Kühen, Schafen und Ziegen treiben derzeit noch auf dem Wasser. Es besteht Seuchengefahr. Insgesamt sind mehr als 1,6 Millionen Menschen betroffen. Da die Tunga-Bhadra, in normalen Zeiten die Lebensader der Region, den Bellary-Distrikt durchfließt, war auch Eschweges indischer Partnerkirchenkreis Bellary betroffen, und da gerade die ärmeren Bevölkerungsschichten ihre aus Lehmziegel gebauten Häuser nahe am Fluss bauen, weil dort die Preise erschwinglich sind, traf es sie wieder einmal besonders schwer. Aber auch in besseren Wohngegenden hielten Häuser den Wassermassen nicht stand. Die Straßenverbindung zwischen der Millionenstadt Hyderabad und Kurnool war unterbrochen, doch die Brücken sind bereits wieder für den Verkehr frei gegeben.
Die Vereinten Nationen standen bereit zu helfen, aber Indien meisterte diese Aufgabe aus eigener Kraft: Die Indische Armee brachte unverzüglich 15 Hubschrauber, 372 Boote und 713 Soldaten im Krisengebiet zum Einsatz. Nach offiziellen Angaben (vgl. Deccan Herald onlie) nahmen von 533.085 evakuierten Personen 366.138 die Unterbringung in insgesamt 294 Notunterkünften in Anspruch. Nahrung und Wolldecken wurden verteilt. Auch das kirchliche Hilfsprogramm lief an. Der Premierminister von Karnataka B. S. Yeddyurappa machte sich am Sonntag bereits ein Bild von der Lage in Bellary. Nach Einschätzung der Menschen vor Ort ist die Situation im Griff; aber während wir hier das Erntedankfest feierten, bewirkte der diesjährige Herbstmonsun entlang der Tunga-Bhadra eine der schwersten Fluten seit Menschengedenken.

"We need your prayers more than money." - "Wir brauchen Euer Gebet mehr als Euer Geld!", so kommentiert Bischof Prabhakara Rao die jüngsten Ereignisse.
überschwemmtes Wohngebiet in Siruguppa/Bellary DistriktRuinen nach der Flut
Notunterkünfte direkt an der StraßeJunge sucht und trocknet seine Schulbücher und Zeugnisse
SiruguppaKirchliche Lebensmittelhilfe in Nandyal/Andhra Pradesh - Foto: Victor JoshuaNandyal

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