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Glückliche Gesichter in Indien. Eine langjährige Freundschaft trägt Früchte!

Mi 19.08.2009
Dass die Mutter an HIV/Aids gestorben ist, reicht vielleicht bei den Mädchen, aber um als Junge aufgenommen zu werden, muss man selbst HIV-positiv sein. Wovon die Rede ist? Von einem ehemaligen Kinderzimmer in Indien, das in ein Kinderheim verwandelt worden ist. Über Kevin Kundargi, den vormaligen Bewohner des besagten Zimmers, berichtete die WR in mehreren Beiträgen seit 2006. Dem damals 15-jährigen Jungen, der an Leukämie erkrankt war, war durch eine private Spendenaktion ermöglicht worden, in einer Krebsklinik in Bangalore behandelt zu werden. Allerdings verstarb er wenige Tage vor seinem 17. Geburtstag am 30.12.2007. Kevins Mutter, die Sozialarbeiterin Harriet Kundargi, gründete im vergangenen Jahr einen Förderverein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Heim für AIDS-Waisen ins Leben zu rufen. Ausgangspunkt des geplanten Kinderheims ist tatsächlich Kevins ehemaliges Zimmer. Als der Förderverein bei der Kreisverwaltung im August vor einem Jahr registriert werden sollte, weigerte sich der zuständige Beamte, das übliche Schmiergeld anzunehmen, - weil er bei dieser rührenden Geschichte mit den eigenen Tränen zu kämpfen hatte.
Die Sparkasse Werra-Meißner stiftete Ende 2008 spontan eine symbolische Grundausstattung für jedes Kind, bestehend aus einem Mal-Block, Buntstiften und 2 Kuscheltieren. Alexander Marth aus Vierbach, Flugbegleiter bei der Lufthansa, nutzte einen Zwischenstopp in der Landeshauptstadt Bangalore, um den Koffer voller Geschenke Frau Kundargi persönlich zu übergeben.
Die feierliche Eröffnung, der nicht bloß Pfarrer, Dekan und ein Landtagsabgeordneter, sondern auch der örtliche Mullah beiwohnten, war am 8. Juni 2009. 13 Kinder wohnen jetzt bei Kundargis im Haus. Sie werden von einer Erzieherin und einer Hilfskraft betreut, und sind stolz, jetzt auch in die nahe gelegene Schule gehen zu können. Es sind 13 und nicht, wie geplant 15 Kinder, weil 2 der angemeldeten Kinder zwischenzeitlich Vollwaisen geworden sind, nachdem ihre beiden Mütter an AIDS gestorben sind. Da die Arbeitskraft der beiden 10jährigen! Kinder in der Ernte gebraucht wird, ist damit zu rechnen, dass die Großeltern die Kinder erst nach Abschluss der Ernte ins Kinderheim überwechseln lassen.
Als in diesem Sommer infolge des Monsuns eine vorübergehende Kaltwetterperiode in Indien herrschte, mussten 13 Pullover besorgt werden: Die Kinder hatten nur ihre vom Heim gestellte Schuluniform aus dünnem Stoff, mit der sie beim Einzug ins Kinderheim eingekleidet worden waren. Wer die Kinder-Fotos von damals mit den fröhlichen Kindergesichtern von heute vergleicht, wird verstehen, warum als Name der Einrichtung "Nava Dschievana" - "Neues Leben" gewählt wurde.
Der Eindruck einer unbeschwerten Kindheit, den die Fotos vielleicht vermitteln, täuscht gründlich: Die 4jährige Thayamma, Vollwaise aus Nagalpur, auf dem Brettspiel-Photo die 3. von rechts, ist zwar nicht HIV-positiv, dafür war sie aber bereits der Göttin Yellamma geweiht, um dann ab dem 13. Lebensjahr als Tempelprostituierte zu arbeiten.

Es handelt sich bei diesem Kinderheim um eine private Initiative in Siruguppa/Karnataka. Siruguppa liegt im Kirchendistrikt Bellary der Karnataka Northern Diocese der Church of South India. Mit dem Bellary District hat der Evangelische Kirchenkreis Eschwege seit mittlerweile 26 Jahren partnerschaftliche Beziehungen.
Große Freude über die Geschenke der Eschweger Sparkasse!Paul Varma (Kevins Großonkel), Shiny Kundargi (Kevins Schwester), Harriet Kundargi (Mutter) und Alexander Marth in BangaloreEs ist genug für alle da!''Ein Löffelchen für Mama ...''Kinderheim ''Neues Leben'' Siruguppa
Der Mullah von Siruguppa bei seinem Grußwort bei der Eröffnungsfeier''Zeigt her eure Ranzen ...''Gesegnete Mahlzeit!Vorschul-Kinder spielen das indische Brettspiel Pachisi, aus dem unser Shiny Kundargi gibt Tanzunterricht - Im Hintergrund Kevins Foto
Fang!Der Kletterbaum beim AusflugKinder!Granit-Findlinge, wohin das Auge sieht, typisch für Nord-KarnatakaDie Mitarbeiterinnen Shivamma und Lakshmi beim Ausflug zum Tungabhadra-Fluß
 Harriet Kundargi inmitten der

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