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"Bitte berühen" - Skulpturen von Walter Green in der Marktkirche und Nacht der Musik

Mo 08.06.2009 11:38
Sehen - Hören - Fühlen, die etwa 120 Besucher, die am Samstag, den 06.06.2009 zur Eröffnung der Ausstellung "Bitte berühren!" von Walter Green in die Marktkirche gekommen waren, erlebten einen Abend mit allen Sinnen.
Zur Eröffnung brachten Annika Hofmann (Querflöte) und KMD Susanne Voß (Klavier) in einfühlsamer Weise Fantasien von Fourré zu Gehör. Entgegen den üblichen Regeln bei Ausstellungen waren die Besucher beim Rundgang ausdrücklich aufgefordert, die Holzskulpturen nicht nur anzusehen, sondern auch zu betasten und zu berühren.
Walter Green: "Sie werden sehen, dass die Skulpturen am Ende der Ausstellung noch schöner sind. Erst durch die Berührung erhalten Sie ihren Glanz."
Beim Interview mit Pfarrerin Repp-Jost, die in Anspielung auf das Kinderbuch von Astrid Lindgren "Michel aus Lönneberga" Walter Green nach seinen ersten Schnitzversuchen in der Kindheit befragte, antwortete der Künstler: "Ein Küchenmesser und ein Stock waren in der Tat die ersten elementaren Instrumente,
die in mir meine Begeisterung für Hölzer und die Liebe zum Schnitzen geweckt haben."
Doch die eigentliche Künstlerbiografie beginnt erst viel später, nachdem er
seinen Beruf als Landschaftsgärtner und -planer in deutschen Großstädten und als Entwicklungshilfe in afrikanischen Ländern "an den Nagel hängt", um mit alten Fachwerkbalken, Brückenbohlen und Dalben in ein enges Zwiegespräch zu treten. "Oft sagt mir das Holz selbst, zu welcher Gestalt es durch meine Hand neu geformt werden möchte. Manchmal aber sage ich dem Holz, welche neue Gestalt aus ihm werden soll. Und dann muss es sich meinem Willen beugen. Das ist manchmal ein Kampf und nicht immer klar, wer gewinnt."

Mit dem Programm der Nacht der Musik, ist es KMD Susanne Voß durch die Auswahl der Chormusik, die von der Kantorei Eschwege und dem Kammerchor gesunden wurde, als auch durch die Auswahl der beiden Künstler Reinhard Schimmelpfeng (Obertoninstrumente und Gesang) und Uli Beckerhoff (Trompete)in beeindruckender Weise gelungen, zwischen bildender Kunst und Musik eine Wechselwirkung zu erzeugen. So erlebten die Besucher einen wunderbaren Abend mit allen Sinnen!

Im Gottesdienst am Sonntag nahm Pfarrerin Repp-Jost in Liturgie und Predigt Bezug auf die Ausstellung. Bei dem gut besuchten Künstlergespräch im Anschluss an den Gottesdienst erfuhren die Besucher manch Interessantes über die Arbeitsweise des Künstlers. Es fand ein intensiver Austausch über Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen statt, der die Teilnehmer auf besondere Weise berührte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 09. Juli in der Marktkirche zu sehen.
Die Kirche ist täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Den Abschluss bildet eine Finissage, die von Ludger Heskamp musikalisch gestaltet wird.
Pfrin. Repp-Jost im Gespräch mit Walter Green''Bitte berühren!''Chormusik zwischen den SkulpturenReinhard Schimmelpfeng und Uli Beckerhoff während der Nacht der Musik

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