Aktuelles Gesamtübersicht

Freud und Leid aus dem Kirchenkreis Bellary/Südindien

Sa 30.06.2007
Am Sonntag, den 24. Juni 2007 erlag Pfarrer Chandrashekar überraschend einem Herzversagen. Er gehörte im Jahr 1986 der ersten Delegation aus Bellary an, die den Kirchenkreis Eschwege besuchte. Er predigte u.a. in der Neustädter Kirche in Eschwege, wirkte bei einer Trauung in Waldkappel mit, verstand sich ausgezeichnet mit Pfarrerin Marlies Beck (Harmuthsachsen) und Pater Reinhold Ohlert (Waldkappel) und hinterließ mit einer Predigt auf der Eschweger Pfarrkonferenz über 2. Kor. 5,20 "We are ambassadors of Christ"/"Wir sind Botschafter an Christi Statt" bleibende Eindrücke.
Das Lied "Yesu Pabhuni Stu Thin Tsu Tha", das er im Kirchenkreis Eschwege bekannt gemacht hat, findet sich im Liederarchiv auf dieser Homepage.
Rev. Chandrashekar war bis zuletzt in den Telugu sprechenden Gemeinden des Bellary-Distrikts tätig. Er hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder.
Siruguppa. Am Donnerstag, den 28. Juni erlag im Staatlichen Krankenhaus von Siruguppa/Bellary Distrikt die Handarbeitslehrerin Shobha ihren schweren Verbrennungen. Die gelernte Schneidermeisterin und Mutter von 3 kleinen Kindern im Alter von 10, 8 und 5 Jahren, war als Sozialarbeiterin angestellt im Hosa Balu Project in Siruguppa und unterrichtete dort ehemalige Devadasis (Tempelprostituierte) im Umgang mit mechanischen Nähmaschinen. Sie hatte sich vor kurzem erst von ihrem Ehemann getrennt und lebte nach eigenem Bekunden glücklich mit einem neuen Partner zusammen, bis sie sich selbst aus ungeklärter Ursache mit Benzin übergossen und die Verbrennungen zugefügt hat, an denen sie nach einer qualvollen Woche schließlich gestorben ist. Frau Harriet Kundargi, die Leiterin des Projekts, berichtet von der tiefen Dankbarkeit der Verstorbenen, aber die genauen Umstände, die zu der Verbrennung führten, sind bisher nicht bekannt.
Nun noch zwei positive Nachrichten aus Siruguppa: Durga Bhavani, ebenfalls Mitarbeiterin im Hosa Balu Project Siruguppa, 28jährige Witwe ihres mit 60 Jahren verstorbenen Ehemannes, hat wieder geheiratet. Die Wiederverheiratung von Witwen, zumal auf dem Land, ist in Indien so unüblich, dass es Ihnen als Nachricht auf diesem Wege übermittelt wird.
Und das Beste zum Schluss: Kevin Kundargi, der mittlerweile 16 Jahre alte Sohn der Leiterin des Projektes "Neues Leben", so die deutsche Übersetzung von "Hosa Balu", besucht seit dem 1. Juni 2007 wieder die Schule an seinem Heimatort. Ein Jahr mit zahllosen Aufenthalten in der Onkologie des Curie-Krankenhauses in Bangalore und einer Chemo-Therapie nach der anderen liegen hinter dem Jungen, bei dem im Sommer 2006 überraschend Leukämie diagnostiziert worden war. Seit Pfingsten 2007 sind seine Blutwerte wieder wie die eines Gesunden.
Rolf Hocke, Waldkappel

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