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Kreissynode Eschwege erinnert an Opfer der Hexenverfolgung des Jahres 1657

Sa 24.02.2007
Aus Anlass der 350. Wiederkehr des Todestages von Catharina Rudeloff und Martha Kerste hat sich die Kreissynode des Kirchenkreises Eschwege mit der Hexenverfolgung in Eschwege befasst. Sie verabschiedete eine Stellungnahme, in der die unschuldig verurteilten Frauen rehabilitiert werden. "Die Mitwirkung an den Hexenverfolgungen in Eschwege ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der hiesigen Kirche. Aus heutiger Perspektive erfüllen uns die damaligen Geschehnisse mit Erschrecken und Scham", heißt es in der Erklärung. Bei den Hexenprozessen habe es sich zwar um weltliche Gerichtsverfahren gehandelt. Die Kirche trage jedoch eine Mitverantwortung für die Geschehnisse. Als Lehre aus der Vergangenheit gelte es heute alle Bemühungen zu unterstützen, dem Unrecht zu widerstehen, insbesondere, wenn Menschen zu "Sündenböcken" gemacht werden. Dekan Dr. Martin Arnold bezeichnete die Erklärung als einen ersten wichtigen Beitrag zu den öffentlichen Gedenkveranstaltungen, die im Herbst dieses Jahres in Eschwege stattfinden sollen.

Der Kirchenkreis erhielt eine Erbschaft in Höhe von 130.000€. Die im vergangenen Jahr verstorbene Eschwegerin Dorothea Rödiger hatte in ihrem Testament festgelegt, dass damit die Erhaltung der Kirchengebäude gefördert werden soll. Die Kreissynode fasste den Beschluss, das Kapital in einer Stiftung anzulegen. "Wir hoffen, dass andere diesem guten Beispiel nachfolgen und das Stiftungskapital noch erhöhen", erklärte Ludger Arnold, der Vorsitzende der Synode. Die Unterhaltung der 74 Kirchen im Kirchenkreis, von denen viele denkmalgeschützt sind, werde zunehmend schwieriger.

Der demografische Wandel und die Abwanderung junger Menschen aus der Region führten auch zu einem kontinuierlichen Mitgliederrückgang in der Evangelischen Kirche. 98 Kirchenaustritten standen im vergangenen Jahr 41 Kircheneintritte gegenüber. Die Zahl der Eintritte sei noch nie so hoch gewesen, erläuterte Dekan Arnold. Die neue Kircheneintrittsstelle im Dekanat werde gut angenommen. Die Zahl der Kirchenaustritte sei in den vergangenen fünf Jahren um 25% gesunken. Der Gottesdienstbesuch habe trotz starken Mitgliederrückgangs nicht abgenommen.

Dechant Christof Steinert überbrachte die Grüße der katholischen Kirche, Pfarrer Johannes Brehm aus Großtöpfer war zu Gast aus dem Partnerkirchenkreis Mühlhausen. Die Synode tagte erstmals in dem neuen Gemeindehaus der Kirchengemeinde Reichensachsen.

Die Stellungnahme zur Hexenverfolgung und der Bericht des Kirchenkreisvorstands sind nachzulesen auf diesen Seiten unter "Texte und Dokumentationen".
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