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Notfallseelsorge feierte 10-jähriges Jubiläum in Waldkappel

Mo 11.09.2006
WALDKAPPEL "Wir haben erlebt, dass die Notfallseelsorger so geholfen haben, wie es gut für uns war", die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Breitau stellten mit einem Anspiel in der Kirche von Waldkappel höchst eindrücklich dar, wie hilfreich, wohltuend und tröstend sie die Begleitung durch Notfallseelsorger erlebt haben.
Beim Gottesdienst zum zehnjährigen Bestehen der Notfallseelsorge im Werra-Meißner-Kreis berichten die Brandschützer von einem Einsatz in 2004, der ihnen vor Augen stellte, was es heißt, hilfloser Helfer zu sein.
Als sie zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen wurden, mussten sie feststellen, dass der tödlich verletzte Fahrer ein Feuerwehrkamerad war.
So schilderten sie beispielhaft den Einsatz der Pfarrer, die sie durch die Tage bis zur Trauerfeier begleiteten und sagten ihnen Dank dafür.
Der Beistand für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten, die ihre Wertschätzung der Arbeit der Notfallseelsorger und Notfallseelsorgerinnen durch die Übernahme von Fürbitten deutlich machten, ist allerdings nur ein Teil dessen, wofür sich die evangelischen und katholischen Seelsorger zur Verfügung stellen.
"Notfallseelsorge gab es immer", wies dann Prälatin Roswitha Alterhoff in ihrer Festpredigt hin. Die Pfarrhäuser seien Orte gewesen, wohin die Menschen sich wandten, wenn Not und Leid über sie kam.
Die in die Organisationsstrukturen des Rettungswesens eingebundene Notfallseelsorge sei daher eine logische Weiterentwicklung.
Wie die Angehörigen der Rettungsdienste tragen auch die diensthabenden Notfallseelsorger einen Funkmelder mit dem sie von der Leitstelle alarmiert werden können. Oft sind es schlimme Nachrichten, bei derer Überbringung sie die Polizei begleiten. Oder aber plötzliche Todesfälle, bei denen sie Angehörigen beistehen.
Sie wies auch darauf hin, dass der Werra-Meißner-Kreis der erste gewesen sei, der eine organisierte Notfallseelsorge eingerichtet hatte. Dieses Modell sei Vorbild für die ganze Landeskirche geworden.
"Es ist oft einfach wichtig, dass jemand da ist", beschrieb dann auch Prälatin Alterhoff, die Stellvertreterin des Bischofs, die Arbeit.
Wie das konkret laufen kann, hatten Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notfallseelsorger bei einer Alarmübung vor der Waldkappeler Kirche gezeigt: Während die Polizisten die Unfallstelle sicherten, die Feuerwehr die Verletzten barg, Notärztin und Sanitäter sie versorgte, kümmerten sich die Notfallseelsorger um die seelischen Nöte.
Wie sehr die Arbeit der Pfarrer und Pfarrerinnen inzwischen geschätzt wird, wurde in der Aufforderung einer Feuerwehrmannes im Gottesdienst deutlich: "Nehmt das Angebot an!"

Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine Talkrunde mit prominenten Gästen im Feuerwehrgerätehaus in Waldkappel statt. Unter der Moderation von Tanja Griesel unterhielten sich Prälatin Roswitha Alterhoff, Landrat Stefan Reuß, Kreisbrandinspektor Willi Sußebach, Polizeidirektor Horst Hanstein, Leitender Notarzt Norbert Beck und Pfarrer Ralph Beyer über die Bedeutung der Notfallseelsorge. Alle Gesprächsteilnehmer betonten anhand eigener Erfahrungen die Notwendigkeit der Notfallseelsorge. Der Landrat lobte die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte. Dekan Dr. Martin Arnold dankte besonders Ralph Beyer, der die Notfallseelosrge seit vielen Jahren mit viel Sachkenntnis und großem Engagement leitet.
(Bericht: Gert Merkel / Dr. Martin Arnold)
Prälatin Roswitha Alterhoff (rechts), die Vertreterin des Bischofs der evangelischen Landeskirche, ließ sich von den Notfallseelsorgern (von links) Andreas Heidrich, Helge Hofmann und Iris Hocke den Verlauf der Übung erläutern. (Foto: Gert Merkel)Von links nach rechts: Ralph Beyer, Roswitha Alterhoff, Stefan Reuß, Norbert Beck, Willi Sußebach und Horst HansteinEine ganze Anzahl von Pfarrerinnen und Pfarrern, die in der Notfallseelsorge mitwirken, hatte sich im Feuerwehrgerätehaus versammeltProminente Gäste: Prälatin Alterhoff, Polizeiseelsorger Kurt Grützner, Supervisor Dieter Roos und Rainer Engel von der Notfallseelsorge im Partnerkirchenkreis Mühlhausen

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