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Neue Wege im Kirchenkreis Eschwege

Sa 17.09.2005 15:48
Möglichst alle Kirchen im evangelischen Kirchenkreis sollen vom nächsten Jahr an auch werktags offen oder zugänglich sein. "Unsere 74 Kirchen sind ein großer Schatz, den wir nicht verstecken, sondern ins Licht rücken sollten", erläuterte Dekan Dr. Martin Arnold vor der Kreissynode in der Auferstehungskirche auf dem Heuberg in Eschwege. Weitere Initiativen zielen darauf ab, vermehrt alternative Gottesdienste zu feiern, die Präsenz der Kirche in der Öffentlichkeit zu verbessern, die Kommunikation innerhalb der Gemeinden zu stärken und den Glauben ins Gespräch zu bringen.

Auch die Strukturen im Kirchenkreis sollen den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Wegen dem für das Jahr 2008 vorgesehen Wechsel von 11 Kirchengemeinden aus der Region Sontra in den Kirchenkreis Eschwege soll die Kreissynode auf 100 Mitglieder verkleinert und die Stellung der Laien gestärkt werden. Pfarrer Stephan Bretschneider erläuterte die vorgesehenen Veränderungen, die von der Synode einmütig angenommen wurden. Auch für die anwesenden Gäste aus der Region Sontra begrüßte Pfarrer Martin Schacht aus Sontra die neuen Strukturen: "Wir freuen uns auf den Wechsel."

Die Entwicklung der kirchlichen Finanzen macht der Synode hingegen zunehmend Sorgen. Für die nächsten beiden Jahre wird mit weiteren heftigen Einschnitten zu rechnen sein, so dass die Weiterführung mancher Arbeitsbereiche in Frage steht.

Ludger Arnold, der Vorsitzende der Kreissynode, begrüßte als Gast den Eschweger Bürgermeister Jürgen Zick. Der Bürgermeister rief dazu auf, notwendige Veränderungen nicht nur in betriebswirtschaftlicher Perspektive zu sehen. Auch Werte wie Mitmenschlichkeit, Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe dürften nicht aus dem Blick geraten. Er wies auf das Netzwerk der Kirche mit der Kommune hin im Bereich der Kindertagesstätten und des Sozialen Stadtteilladens am Heuberg in Eschwege. Pfarrer Mario Kawollek überbrachte die Grüße des Katholischen Dekanates Eschwege. Er unterstrich die gute ökumenische Zusammenarbeit am Heuberg, die zurzeit in einer gemeinsamen Ausstellung "Pflanzen der Bibel" ihren Ausdruck findet. Superintendent Andreas Piontek vom Partnerkirchenkreis Mühlhausen wies auf gemeinsame Themen und Fragestellungen in beiden Kirchenkreisen hin, etwa auf das Ziel, Kirchen auch werktags zu öffnen. Über schöne Begegnungen mit Christen aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Estlands berichtete Pfarrer Stephan Bretschneider. Er verlas ein Grußwort des amtierenden Propstes Vallo Ehasalu, in dem dieser sich in deutscher Sprache für den Besuch des Eschweger Kammerchors beim Sängerfest in Tartu bedankte: "Jetzt haben manche unserer Leute schöne, nahe Erinnerungen von Freunden über weiten Abstand".

Für Ludger Arnold, den Vorsitzenden der Kreissynode, war es die 20. Synode unter seiner Leitung. Aus diesem Anlass dankte ihm Dekan Dr. Arnold und überreichte ein Geschenk.
Der Kirchenraum als SynodalsaalDer Vorsitzende Ludger Arnold mit dem KirchenkreisvorstandDie Synode fand in der Auferstehungskirche stattDer Eschweger Bürgermeister bei seinem GrußwortStephan Bretschneider, Pfarrer an der gastgebenden Auferstehungskirche
Pfarrer Mario Kawollek überbringt Grüße der katholische ChristenStärkung und Gespräch in der Pause

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