Aktuelles aus den Gemeinden

Konfirmandenunterricht in Corona-Zeiten

Mi 08.04.2020 13:43
Schulen und Kitas sind geschlossen. Alle Veranstaltungen sind abgesagt. Auch in den Kirchengemeinden. Was passiert in diesen Zeiten eigentlich mit dem Konfirmanden-unterricht? Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Eschwege geht neue Wege. Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost und Pfarrer Sebastian Werner sitzen in ihren Büros, vor sich Laptop und Smartphone. Hinter ihnen Flip-chart und Tafel. Jetzt geht es los. Am Laptop von Pfrin. Repp-Jost ploppen Fenster auf. Nacheinander erscheinen die Gesichter der Konfirmandinnen Lara, Emma und Paula. "Hallo! Könnt ihr mich hören?" Zwei weitere Fenster öffnen sich. Dann haben es auch Marek und Niklas geschafft. "Das ist echt aufregend! Toll, dass wir uns jetzt
auf dem Bildschirm sehen und hören können."
Es ist Dienstag, 31. März, Konfirmandennachmittag. Anstelle des normalen Unterrichts im Gemeindehaus haben die beiden Pfarrer zum Video-Meeting in Kleingruppen eingeladen. Heute soll das Lerngespräch stattfinden, mit dem die Konfirmandinnen und Konfirmanden zeigen, was sie in den 10 Monaten ihrer Konfirmandenzeit erlebt, gelernt, erfahren haben.
Zu anderen Zeiten bestand das Lerngespräch aus einem Stationenlauf. Da sollten die Konfirmanden z.B. am Taufbecken in der Kirche zeigen, wie eine Taufe geht und was unbedingt dazu gehört. Oder sie sollten die Weihnachtsgeschichte als Standbild darstellen. Weil das alles jetzt nicht geht, haben sich Pfrin. Sieglinde Repp-Jost und Pfr. Sebastian Werner ein Quiz ausgedacht. Man kann zwischen verschiedenen Themen und Schwierigkeitsgraden wählen. Marek beginnt. "Ich nehme Kirche 200". Die Frage lautet: "Was hast du im Konfirmandenunterricht zum ersten Mal gemacht?" Marek überlegt einen Augenblick. Dann sagt er: "Ich war das erste Mal außer an Weihnachten im Gottesdienst." Bingo. 200 Punkte.
Lara wählt ABC des Glaubens. Frage: "Was weißt du über das Kreuz als christliches Symbol?" "Das Kreuz ist ein Zeichen für Jesus. Es erinnert an seinen Tod, aber auch an seine Auferstehung." Dafür gibt es 400 Punkte. Jetzt traut sich Niklas und wählt "Gottesdienst 1000". Frage: "Stell dir vor, Gottesdienste sind verboten. Wie kannst du trotzdem deinen Glauben leben?" "Das ist so wie jetzt.", meint Niklas "Ich könnte zu Hause das Vater unser beten. Vielleicht auch an andere denken. Oder meine Oma anrufen."
Das Lerngespräch vergeht wie im Flug. Es macht sogar Spaß. Schließlich bleibt noch Zeit zum Erzählen: "Wie geht es mir? Was ist jetzt gerade gut? Was vermisse ich?" Dann ist die Stunde auch vorbei und die nächste Gruppe wartet bereits auf Einlass in den Video-Raum.
Alle Konfirmandinnen und Konfirmanden haben nun die Aufgaben und Voraussetzungen erfüllt, um konfirmiert zu werden. Auch wenn noch nicht klar ist, wann das sein wird.
Immerhin haben sie ein Zertifikat über den Abschluss des Konfirmandenkurses erhalten. Noch ein weiteres Video-Meeting soll es geben: Zur Vorbereitung auf die Konfirmation und weil es Spaß gemacht hat.

Sieglinde Repp-Jost
Pfrin. Repp-Jost mit Quiz an der Tafel

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