Aktuelles aus den Gemeinden

Gruß zum Palmsonntag aus der Stadtkirchengemeinde

Fr 03.04.2020 12:02
Verschwenderisch mit Ressourcen umgehen, ist in diesen Tagen keine gute Idee!
Die gelben Müllsäcke z.B. füllen wir jetzt immer bis oben hin, weil wir nicht wissen, wann wir sie im Rathaus nachbekommen. Den Mundschutz, den wir in unserer Hausapotheke liegen haben, ziehe ich nicht auf, wenn ich im Garten arbeite.
Wer verschwenderisch mit wichtigen Grundmitteln umgeht, gefährdet in diesen Tagen vielleicht anderswo die Versorgung. Also passen wir auf, was wir tun.

Nicht so diese Frau. Plötzlich steht sie am Tisch, an dem Jesus, seine Jünger und ihr Gastgeber Simon sitzen. Sie nimmt das edle Glasgefäß, das sie in der Hand trägt, zerbricht es und gießt seinen Inhalt über Jesu Haupt. Schweres, kostbares Öl fließt über Jesu Haar und Gesicht. Rosenduft vermischt mit Gewürzen und Spezereien verbreitet sich im ganzen Raum.
"Was für eine Vergeudung!", empören sich einige der Jünger, die schnell begriffen haben, dass dieses Kosmetikum ein halbes Vermögen kostet.

Ja, diese Frau ist eine Verschwenderin. Mit dem kostbaren Öl verschwendet sie ihre Liebe an einen Mann, dem Schweres bevorsteht: Verrat, Einsamkeit, Spott, körperliche Qualen und schließlich der Tod. Es ist, als wolle sie ihn mit dem Duft der Liebe einhüllen, ihn schützen vor den Pfeilen des Bösen.

Trotz allem: Verschwendung ist angesagt! Nicht gelbe Müllsäcke und Toilettenpapier. Sondern Zeichen der Liebe. Ungewöhnlich, fantasievoll, "duftend" wie das Öl dieser Frau. Vielleicht finden Sie Mittel und Wege, den "Duft der Liebe" in diesen Zeiten zu verschwenden.
(Zum Nachlesen: "Die Salbung in Bethanien", Markus-Evangelium, Kapitel 14,3-9)

Wochenlied:
Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. (EG 91,1)

Gebet
Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus.
Wir wollen dir unsere Liebe zeigen.
Aber wir können nicht zu dir kommen, an den Tisch des Herrn.
Unsere Füße dürfen uns nicht in das Haus tragen,
in dem wir sonst zusammenkommen
und dir mit unseren Liedern und Gebeten dienen.
Wir können nur mit unseren Herzen zu dir kommen.
Nur unsere Sehnsucht ist auf dem Weg zu dir.
Nur unsere Gebete.
Sie sind alles, was wir haben.
Nimm sie wie den Duft des Öls der unbekannten Frau
und lass sie dir gefallen.

Wir bitten für alle Menschen,
die in diesen Zeiten ihre Liebe zu anderen nicht so zeigen können,
wie sie es gerne täten.
Lass sie neue Wege und Zeichen finden.

Wir bitten für alle, die beruflich und ehrenamtlich
Kranken und Notleidenden dienen.
Sieh ihren Liebesdienst und stärke sie.

Für alle, die in diesen Tagen in Vergessenheit geraten:
die Flüchtlinge,
die Obdachlosen,
und Hungernden der Tafeln.
Komm zu ihnen und rette sie.

Wir halten dir unsere Herzen hin
und danken wir für den Glauben.
Wir danken dir, dass wir zu dir und zueinander gehören.
Wir danken dir für Zeichen der Liebe und der Verbundenheit.
Für dein Wort und deine weltweite Kirche.
Wir erleben es:
Du gehst mit uns durch diese Zeit,
durch das Auf und Ab des Lebens,
in Freude und Leid.
Heute, in diesen Tagen der Passion und jeden Tag neu.
Amen.
Es grüßt Sie herzlich, Ihre Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost

Download...

» zurück