Aktuelles aus den Gemeinden

Andacht von Pfarrerin Imme Mai, Niederhone zum Sonntag Laetare in WR und HNA

Mo 23.03.2020 11:29
"Wo Zwei oder Drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mat 18,20)
verspricht Jesus seinen Jüngern.
"Wie kann das gerade jetzt gehen?" Frage ich mich.
Die Nachrichten überschlagen sich.
Es wird aufgerufen körperliche Nähe zu meiden:
Gottesdienst finden nicht mehr statt, zu Versammlungen darf nicht mehr eingeladen werden, Restaurants schließen.
Man kann nicht in die Kirche gehen und beten, das tun, worauf sich viele in Krisenzeiten besinnen.
Das gemeinsame Gebet und gemeinsame Gottesdienste schenken uns Gemeinschaft und können die Blickrichtung auf etwas Größeres lenken. Gottesdienste stärken uns und sind eine heilsame Auszeit von dem Alltag.
Aber: wenn wir uns begegnen, dann sollen wir möglichst räumlichen Abstand halten. Die Angst geht um und füllt diese zwischenmenschlichen Abstände.
Keiner traut mehr dem Anderen:
"Hat er oder sie sich schon angesteckt?" oder "Habe ich für mich ausreichend vorgesorgt?" "Habe ich genug Vorräte?"
Aber - gerade in solchen Zeiten brauchen wir Nähe und Gemeinschaft.
Aber muss es denn eigentlich körperliche Nähe sein?
Jesus verlangt von seinen Jüngern nicht, dass sie sich ganz dicht nebeneinander setzen oder stellen, um mitten unter ihnen zu sein.
Er sagt: "Wo Zwei oder Drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."
Wenn wir unsere Herzen und Gedanken freimachen, von Angst und Sorgen, dann ist genügend Platz für etwas Anderes da. Dann können wir Abstand gewinnen und es Raum um sich auf Gott zu besinnen.
Wenn dann am Sonntag die Glocken läuten zum Gebet,
- zu dem Gebet, das Jesus uns geschenkt hat, zum Vater Unser, -
und wir diese vertrauten Worte beten, dann sind wir miteinander versammelt im Namen Gottes.
Dann ist Jesus mitten unter uns und wir können seine Nähe spüren und die der anderen mitbetenden Christen - auch in dieser Zeit, vielleicht gerade in dieser Zeit. Amen
Pfarrerin Imme Mai

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